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Zahlreiche Tote in Sibirien: Elfjährige rief Eltern an: "Wir brennen. Ich liebe euch" - viele Kinder sterben bei Feuer

In einem Einkaufszentrum in Sibirien bricht Feuer aus. Dutzende Menschen sterben in den Flammen - unter anderem auch Kinder, die sich in einer Spielecke aufgehalten haben sollen.

Unter den Opfer des Einkaufszentrumsbrands in Russland sollen viele Kinder sein

Unter den Opfer des Einkaufszentrumsbrands in Russland sollen viele Kinder sein

AP / DPA

Mindestens 53 Menschen sind bei dem verheerenden Brand in einem russischen Einkaufszentrum ums Leben gekommen. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen, denn etliche Menschen werden noch vermisst. Es wird befürchtet, dass viele Kinder unter den Toten sind. Laut Medienberichten brach der Brand in der Nähe einer Spielecke in dem Einkaufszentrum der sibirischen Stadt Kemerowo aus.

Am Montagmorgen fanden die Rettungskräfte zunächst elf weitere Leichen, nachdem am Sonntag von 37 Toten die Rede gewesen war, wie ein Sprecher des Katastrophenschutzes der Nachrichtenagentur Tass sagte. Wenig später stieg die Totenzahl auf 53 Menschen. Russlands Minister für Katastrophenschutz, Wladimir Puchkow, sagte, mehrere Menschen würden noch vermisst. Derzeit arbeite man an der Identifizierung der Opfer. 

Direktor des Einkaufszentrums festgenommen

Das Feuer war am frühen Sonntagabend im vierten Stock in der Nähe eines Kinosaales ausgebrochen und erfasste eine Fläche von rund 1600 Quadratmetern. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt. Am Montag wurden drei Verdächtige im Zusammenhang mit dem Brand festgenommen, wie Tass unter Berufung auf Polizeiquellen berichtete. Unter den Festgenommenen sei auch der Direktor des Einkaufszentrums.

Die Behörden befürchten, dass die Opferzahl weiter steigen wird

Die russischen Behörden befürchten, dass die Opferzahl weiter steigen wird

AP / DPA

Die Feuerwehr konnte den Brand am Montagmorgen löschen, teilte der Katastrophenschutz mit. Das Gebäude ist nach Angaben der Behörden einsturzgefährdet. Zwei der drei Kinosäle seien eingestürzt, sagte der stellvertretende Katastrophenschutzminister Wladlen Aksjonow.

Elfjährige: "Wir brennen. Ich liebe euch, macht's gut.

Bei der Suche nach den Brandursachen kursierten am Montag Berichte und Spekulationen über mangelhaften Brandschutz. Vorläufigen Informationen zufolge gab es "eine Masse an Verstößen", sagte der stellvertretende Gouverneur des Verwaltungsbezirks Keremowo, Wladimir Tschernow, der Agentur Tass. 

Russische Medien zitierten Augenzeugenberichte, wonach Kinobesucher zunächst die Säle nicht verlassen konnten. Als die Türen aufgingen, seien die Korridore bereits voller Rauch gewesen. Auch habe es keinen Feueralarm gegeben, und und Notausgänge seien verschlossen gewesen.  

Die Zeitung "Komsomolskaya Prawda" berichtete von einer vermissten Elfjährigen, die auf einem Klassenausflug in dem Einkaufszentrum war. Das Mädchen habe demnach noch ihre Eltern angerufen und verabschiedete sich mit den Worten: "Wir brennen. Ich liebe euch, macht's gut. Ich kann nicht atmen."   

Wladimir Putin schickte Einsatzkräfte aus Moskau

Das Einkaufszentrum war erst im Jahr 2013 eröffnet worden. Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Seinem Sprecher zufolge habe er noch am Sonntag angeordnet, Einsatzkräfte mit Spezialausrüstung aus Moskau nach Kemerowo zu schicken.

Kemerowo liegt in Westsibirien, rund 3000 Kilometer von der russischen Hauptstadt entfernt. Mehr als 500.000 Menschen leben in der Industriestadt, die im Kusbass liegt, Russlands größten Kohlerevier.

fin / DPA