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Wegen Cholera-Epidemie auf Haiti Demonstranten greifen UN-Soldaten an


Erst das Erdbeben, nun die Cholera: Die Verzweiflung und Wut der Menschen auf Haiti wächst und entlädt sich in Gewalt. Demonstranten haben UN-Blauhelmsoldaten angegriffen, weil sie sie für den Ausbruch der Cholera-Epidemie in dem Land verantwortlich machen. Es gab Tote.

In Haiti sind bei Zusammenstößen zwischen Blauhelmsoldaten und Demonstranten zwei Menschen ums Leben gekommen. Wie aus Polizei- und Justizkreisen verlautete, wurden im Norden des Landes am Rande von Protesten gegen die langsame medizinische Versorgung bei der Cholera-Epidemie zwei Menschen erschossen. Die UN-Mission bestätigte, auf einen der verstorbenen Demonstranten geschossen zu haben. Dieser sei bewaffnet gewesen und habe auf einen Soldaten gezielt, sagte ein Sprecher der UN-Mission in Haiti (Minustah). Die Schüsse seien aus Notwehr abgegeben worden.

Ein einheimischer Behördenvertreter sagte, der 20-Jährige sei tot "vor einem Stützpunkt" der Blauhelmsoldaten in Quartier-Morin, einem Vorort von Cap-Haitien, gefunden worden. Er sei von einer Kugel in den Rücken getroffen worden. Ein weiterer junger Mann wurde nach Angaben aus Polizei- und Justizkreisen bei Protesten in Cap-Haitien erschossen.

Tausende demonstrierten gegen Krisenmanagement

Cap-Haitien rund 270 Kilometer nördlich der Hauptstadt Port-au-Prince ist die zweitgrößte Stadt des Karibikstaats. In Cap-Haitien, auf dem Stützpunkt in Quartier-Morin und im zentralhaitianischen Hinche hatten im Tagesverlauf tausende Menschen gegen das Krisenmanagement der Regierung angesichts der Cholera-Epidemie demonstriert. Der Protest richtete sich auch gegen die UN-Soldaten, die von den Demonstranten für den Ausbruch der Cholera verantwortlich wurden. In Cap-Haitian setzte die aufgebrachte Menge ein Polizeigebäude und mehrere Fahrzeuge in Brand.

Die Zahl der Cholera-Toten in Haiti steigt weiter rasant an. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben bereits mehr als 900 Menschen an der gefährlichen Krankheit, mehr als 14.600 wurden demnach in Krankenhäusern behandelt. Cholera verbreitet sich vor allem über Wasser und Nahrung, verursacht heftigen Durchfall und Erbrechen und kann ohne rechtzeitige Behandlung innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen. Die Vereinten Nationen befürchteten einen "deutlichen Anstieg" der Infektionen. Aus allen Landesteilen des Karibikstaates seien mittlerweile Cholera-Fälle gemeldet worden, sagte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Haiti, Nigel Fisher, in New York.


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