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Wirbelsturm "Irene": New York atmet auf, Kanada wappnet sich

Hurrikan "Irene" verliert an Kraft und zieht nun als Wirbelsturm gen Norden. Während New York aufräumt, wütet der Sturm in Neuengland, richtet schwere Schäden an und sorgt in Kanada für Stromausfälle.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA hat den Tropensturm "Irene" am späten Sonntagabend (Ortszeit) weiter herabgestuft. Wie Meteorologen der US-Regierung mitteilten, schwächte sich "Irene" so weit ab, dass die Einstufung als Tropensturm nicht mehr gerechtfertigt sei.

Die Herabstufung zu einem posttropischen Wirbelsturm erfolgte, nachdem "Irene" Kanada erreichte. In den am Atlantik gelegenen kanadischen Provinzen und im Südosten von Québec kündigte er sich mit heftigen Winden und Regenfällen an und führte zu Stromausfall in etwa 200.000 Haushalten. Der Minister für öffentliche Sicherheit von Québec, Robert Dutil, warnte vor dem "enormen Sturm", der Experten zufolge Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern erreichen könnte. Er forderte die Bevölkerung auf, Vorbereitungen dafür zu treffen, 24, 48 oder sogar 72 Stunden zu Hause bleiben zu können.

"Es ist noch nicht vorbei"

Beim Durchzug durch den Nordosten der USA hatte der Zyklon zuvor Strommasten umgerissen, Bäume entwurzelt, Überschwemmungen verursacht und hunderttausende Menschen zum Verlassen ihrer Häuser gezwungen. Die Millionenmetropole New York kam glimpflicher davon als zuvor befürchtet worden war. Es gab dort keine Opfer, allerdings kam es zu Überschwemmungen und Stromausfällen.

Das Leben läuft dort langsam wieder an und der Verkehr beginnt, sich zu normalisieren. Am Montag sollten Behörden, Geschäfte und Museen wieder öffnen. Der Präsident selbst hatte die Amerikaner vor zu schneller Erleichterung gewarnt. "Das ist noch nicht vorbei", sagte Barack Obama im Weißen Haus in Washington. Das in Neuengland anhaltende Unwetter und dessen Folgen seien weiterhin sehr gefährlich. Die größten Sorgen bereiteten die Überflutungen in vielen Bundesstaaten und die massenhaften Stromausfälle. "Ich will unterstreichen, dass die Auswirkungen des Sturms noch für einige Zeit zu spüren sein werden. Die Erholung kann Wochen dauern", sagte er.

18 Menschen sterben

"Irene" hatte das ganze Wochenende an der US-Ostküste getobt und auf ihrem Zug in den Norden die Millionenmetropole New York vollkommen lahmgelegt. Dem Fernsehsender MSNBC zufolge riss der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometer mindestens 18 Menschen in den Tod, die meisten davon im Bundesstaat North Carolina und im benachbarten Virginia. In der gesamten Region fiel in den Häusern von mehr als vier Millionen Menschen zumindest zeitweise der Strom aus.

An der ganzen Ostküste waren Hunderte Teams der Stromversorger unterwegs, um die Kabel zu flicken. Die noch oberirdisch an Holzmasten verlegten Leitungen sind zwar ein leichtes Opfer für Stürme, zugleich erleichtert das aber Reparaturen. Dennoch waren auch am Sonntagabend noch viele ohne Strom und Telefon. Besonders hart hatte es im Norden New Jersey und Long Island getroffen. Die schwersten Schäden gab es aber im Süden.

New York kehrt zur Normalität zurück In New York sollte das Leben am Montag wieder, fast, ganz normal laufen. U-Bahnen und Busse fahren wieder, die Straßen sind längst wieder geöffnet. Auch die Fluggesellschaften wollten am Montag zum normalen Flugplan zurückkehren. Auch die Börse sollte offen sein. Im Central Park waren am Sonntag Parkranger unterwegs, um die Bäume zu begutachten. Dann sollte der Besuch im größten Stadtpark New Yorks wieder gefahrlos möglich sein.

swd/DPA/AFP / DPA