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Exot im Weltraum Geheimnisvoller Exoplanet ist extrem schnell und besteht fast komplett aus Eisen

Ein hell erleuchteter Planet im dunklen Weltraum
Dies ist nicht der neu entdeckte Exoplanet, sondern ein anderer mit dem Namen "GJ 1132 b". Bislang wurden etwa 5000 solcher Himmelskörper außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt
© AFP Photo /Esa/Nasa/Hubble Images/R. Hurt (IPAC/Caltech) / AFP
Forscher entdecken immer wieder neue Planeten in unserer Milchstraße. Der Exoplanet, den sie jetzt erspäht haben, ist jedoch ein Exot mit merkwürdigen Eigenschaften.

Wissenschaftler haben einen neuen Exoplaneten in unserer Milchstraße entdeckt. Über die bemerkenswerten Eigenschaften des Himmelskörpers, den die Forscher "GJ 367b" getauft haben, berichten sie im Fachmagazin "Science". Beteiligt an den Ergebnissen dieser Weltraumforschung sind insgesamt 78 Wissenschaftler aus aller Welt, unter anderem der Universität in Genf.

Exoplaneten befinden sich außerhalb unseres Sonnensystems. Sie umkreisen also nicht unsere Sonne, sondern ein anderes Muttergestirn. Im Falle von "GJ 367b" ist das ein roter Zwergstern, also eine vergleichsweise "kühle" Sonne, die allerdings noch immer Temperaturen um 3800 Grad erreicht. Zum Vergleich: Auf unserer Sonne, die gut doppelt so groß ist wie jener Zwergstern, herrschen etwa 6000 Grad.

Exoplanet mit extremer Hitze

Weil der Exoplanet seine Sonne jedoch in einem sehr dichten Abstand umkreist, ist es dort extrem heiß, viel heißer als beispielsweise auf der Erde. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass an Teilen seiner Oberfläche zwischen 1300 und 1500 Grad Celsius herrschen.

Doch noch aus weiteren Gründen ist dieser Exoplanet bemerkenswert, der sich im Sternbild Segel des Schiffs befindet. Denn er besteht den Messungen der Forscher zufolge fast ausschließlich aus Eisen. Wegen der hohen Temperaturen auf der Tagseite von "GJ 367b" vermuten sie, dass Gestein und Metalle auf seiner Kruste weggeschmolzen und verdampft sind. Zurückgeblieben sei ein Eisenkern, der etwa 86 Prozent des Himmelskörpers ausmache. Damit habe er eine gewisse Ähnlichkeit mit unserem Merkur, der ebenfalls einen hohen Eisenanteil hat und der kleinste Planet in unserem Sonnensystem ist.

Klein und leicht – auch das macht "GJ 367b" zu etwas Besonderem

"GJ 367b" ist den Angaben zufolge etwa zwei Drittel so groß wie die Erde. Damit ist er nach Angaben der Forscher einer der leichtesten und kleinsten Exoplaneten, die bislang entdeckt wurden.

Außerdem bemerkenswert: die Geschwindigkeit, mit der er um seine Sonne flitzt. Das "Jahr", also der Zeitraum, den "GJ 367b" für eine Umrundung benötigt, beträgt nur 7,7 Stunden. Auch das legt an der großen Nähe zu seiner Sonne.

Von der Erde aus entfernt ist dieser Exoplanet 31 Lichtjahre – klingt sehr weit weg, aus der Perspektive des Weltraums ist das jedoch geradezu um die Ecke. Entdeckt wurde "GJ 367b" mit Hilfe des US-Satelliten-Observatoriums Tess der Nasa. Dieses "Transiting Exoplanet Survey Satellite" ist ein Weltraumteleskop, das Planeten mit der sogenannten Transit-Methode aufspürt: Es registriert kleine Schwankungen in der Helligkeit von Sternen, die entstehen, wenn ein Planet vorbeikreist. Mit Hilfe dieser Lichtmessungen können die Wissenschaftler auch die Eigenschaften solcher Planeten bestimmen, also ihre Dichte und somit das Material, aus denen sie bestehen.

Bislang haben Wissenschaftler den Angaben zufolge 5000 Exoplaneten entdeckt, die Sterne außerhalb unseres Sonnensystems umkreisen. Unser Sonnensystem zählt acht Planeten.

Quellen: "Science", "NZZ", MdR

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