HOME

Doodle zur Wintersonnenwende: Google macht sich winterfest

Ab heute beginnt offiziell der Winter in Deutschland, keine Nacht wird so lang wie die kommende. Google strickt sich schon mal einen Schal. Die gute Nachricht: Ab morgen werden die Tage wieder länger.

Von Oliver Noffke

Warum strickt sich denn Google einen Schal? Richtig, am 21. Dezember beginnt in Deutschland offiziell der Winter. Die Nacht auf Sonntag wird die längste des Jahres sein. Die Tage sind entsprechend mit wenig Helligkeit gesegnet. Je weiter ein Ort vom Äquator entfernt ist, umso länger ist dabei die Nacht. Selbst im flächenmäßig relativ kleinen Deutschland kann das viel ausmachen. Während in Deutschlands südlichster Gemeinde Sonthofen nahe der Grenze zu Österreich heute schon um 8.03 Uhr die Sonne aufging, blieb es in Flensburg noch genau 40 Minuten lang dunkel. Und während man an der dänischen Grenze schon kurz vor 16 Uhr den Sonnenuntergan erlebt, passiert das im Allgäu erst um halb fünf. Die Knapp 810 Kilometer Unterschied machen also tatsächlich mehr als eine Stunde Helligkeit aus. Verantwortlich dafür ist die Neidung der Erdachse im Vergleich zur Sonne.

Egal zu welchem Zeitpunkt im Jahr man die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne betrachtet, stets befindet sich ihre Erdachse nahezu parallel zu sich selbst an einem früherem Zeitpunkt. Deshalb kann es überhaupt Jahreszeiten auf der Erde gebe. Hätte die Erdachse immer die gleiche Neigung zur Sonne, würde an jedem Ort der Welt ganzhrig eine Jahreszeit herrschen. Befände sich die Erdachse hingegen senkrecht zur Umlaufbahn, würde in unseren Breitengraden wahrscheinlich ein ständig matschiges Novemberwetter herrschen. Stattdessen haben wir eine dunkle Jahreszeit mit langen Nächten und das Gegenteil im Sommer. Ab morgen werden die Nächte auch wieder kürzer. In genau sechs Monaten haben wir dann den längsten Tag des Jahres.

Während Google bei uns strickt, geht es in Brasilien baden. Auf der Südhalbkugel wird heute der längste Tag des Jahres gefeiert. Im Falle von Brasilien ist das allerdings nur die halbe Wahrheit und betrifft vor allem die südlichen Bundesstaaten. Der Norden des gigantischen Landes liegt so nah am Äquator, dass sowohl Temperaturen als auch Sonnenstände nur eine geringe Varianz über das Jahr verteilt zeigen.

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?