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Extraterrestrisches Leben: Wimmelt das All vor Leben?

Jedes zweite der bisher entdeckten Planetensysteme im Weltall könnte nach Meinung Wiener Astronomen Leben beherbergen. Sie vermuten in 50 der 100 bislang entdeckten Planetensysteme bewohnbare Zonen.

Jedes zweite der bisher entdeckten Planetensysteme im Weltall könnte nach Meinung Wiener Astronomen Leben beherbergen. Nach einer Berechnung der "AstroDynamikGruppe" am Institut für Astronomie der Universität Wien vom Dienstag findet sich in etwa 50 der 100 nachgewiesenen Systeme eine bewohnbare Zone. Wäre dort ein erdähnlicher Planet angesiedelt, könnte sich auf ihm Leben in irgendeiner Form tummeln, sagten die Wissenschaftler der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Kein Leben in allzu rauen Welten

Nach Worten des Astronomen Rudolf Dvorak sind die Planetensysteme alle mit Hilfe indirekter Beobachtungsmethoden entdeckt worden. So könne eine regelmäßige Helligkeitsschwankung eines Sterns einen vorbeiziehenden Planeten verraten, auch ein schwaches Zittern lasse auf einen derartigen Begleiter schließen. Mit der derzeitigen Technik gelinge den Wissenschaftlern allerdings nur der Nachweis von relativ großen Planeten, vergleichbar mit unseren Gasriesen Jupiter oder Saturn, erläuterte Dvorak. Ob es auch kleinere, der Erde ähnliche Planeten gibt, darüber könnten die Astronomen nur spekulieren.

Berechnen lässt sich anhand der von Messinstrumenten gewonnenen Daten dagegen, ob es eine bewohnbare Zone im jeweiligen System gibt, sagte Dvorak. Sie sei unter anderem durch den Abstand von der jeweiligen Sonne definiert. Schließlich müsse - nach unserem Verständnis von Leben - die Existenz von flüssigem Wasser möglich sein. Auch die Bahnen der großen Planeten spielen eine nicht unerhebliche Rolle. In allzu rauen Welten - etwa mit stark elliptischen Bahnen der Sternbegleiter - würden sich kleine Planeten kaum halten können.

30 der bisher gefundenen Planetensysteme haben die Wiener Forscher bis jetzt detailliert untersucht und für etwa die Hälfte eine bewohnbare Zone errechnet. Die Simulationen werden auch künftigen, verbesserten Beobachtungen den Blick weisen. Etwa durch den Einsatz neuer Satellitenteleskope hoffen die Astronomen, in Zukunft auch kleinere Planeten finden zu können.

DPA

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