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Historischer Fund: Nasa endeckt "älteren Bruder" der Erde

Die US-Weltraumbehörde Nasa hatte die Entdeckung eines besonders erdähnlichen Planeten bereits angekündigt, nun ist es offiziell: Unser bislang ähnlichster Verwandter heißt Kepler-452b. Doch werden wir den entfernten Verwandten je betreten?

Er ist der bislang erdähnlichste Planet: Kepler-452b umkreist eine Sonne, die unserer sehr ähnlich ist.

Er ist der bislang erdähnlichste Planet: Kepler-452b umkreist eine Sonne, die unserer sehr ähnlich ist

Die Nasa hat eine erstaunliche Entdeckung vorgestellt: Ein neuer erdähnlicher Planet wurde ausgemacht - sein Name lautet Kepler-452b, in Anlehnung an das Weltraumteleskop "Kepler", mit dem er entdeckt wurde. Doch was macht den Planeten so besonders?

Zunächst befindet sich der Himmelskörper in einem Orbit um eine Sonne, die der unserer Erde sehr ähnlich ist. Das ist besonders im Hinblick auf mögliches Leben auf dem Planeten wichtig, denn die teilweise gigantischen Sterne im All verwandeln so manchen Himmelsköper in einen Backofen. Damit sich Leben, wie wir es kennen, entwickeln kann, sind die Temperaturen dann zu hoch. Kepler-452b ähnelt auch in seiner Umlaufbahn um seinen Heimatstern unserer Erde. Ein Jahr auf dem "älteren Bruder" dauert 385 Tage - und ist somit nur wenig länger als ein Erdenjahr. Laut den Wissenschaftlern der Nasa bestehen auch gute Chancen, dass sich der Planet in einem felsigen, festen Zustand befindet. Auch das ist für die Entwicklung von Leben ein großer Vorteil.

Was Kepler-452b für die Forscher jedoch besonders interessant macht, ist dessen Distanz zu seiner Sonne. Dieser Abschnitt wird unter Astronomen auch oft als "habitable Zone" bezeichnet. In diesem Bereich um einen Stern ist es möglich, dass Wasser in flüssiger Form existiert - was für die Entstehung von Leben, nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, ausschlaggebend ist. Kepler-452b befindet sich genau innerhalb dieser Zone. "Es ist der erste erdähnliche Planet in der habitablen Zone um einen Stern, der dem unseren sehr ähnlich ist", bestätigt Douglas Caldwell, Astronom am SETI-Institut bei der Nasa-Konferenz.

Weder zu heiß, noch zu kalt

Wir kennen das Dilemma mit der Distanz zum Heimatstern auch aus unserem Sonnensystem: Wenn die Umlaufbahn eines Planeten zu nah an der Sonne liegt, sind die Temperaturen schlichtweg zu hoch - Wasser, der Grundbaustein des Lebens, verdampft. Auf dem Merkur, dem Planeten, der sich in unserem Sonnensystem am nächsten an der Sonne befindet, herrschen Temperaturen von bis zu 427 Grad - denkbar schlechte Voraussetzungen für die Entstehung von Organismen. Auf der anderen Seite haben wir die äußeren Himmelskörper unseres Sonnensystems: Zwergplaneten wie den Pluto beispielsweise. Die Temperaturen hier sind mit bis zu -240 Grad Celsius für Leben deutlich zu kalt. Wasser, sollte es dort existieren, wäre konstant gefroren.

Der neue Planet hat viele Gemeinsamkeiten zur Erde - aber auch einige Unterschiede: Das Sonnensystem, in dem sich Kepler-452b befindet, ist 6 Milliarden Jahre alt und somit 1,5 Milliarden Jahre älter als unseres. Des Weiteren ist der "ältere Bruder" unserer Erde 60 Prozent größer und verfügt somit über das fünffache an Masse der Erde. Dies beeinflusst dementsprechend die Anziehungskraft auf dessen Oberfläche - sie ist zweimal so hoch wie bei uns. 

"Ein Schritt näher zur Entdeckung einer Erde 2.0"

Die Neuigkeiten von der US-Weltraumbehörde hören sich vielversprechend an - sollte man sich also schon mal nach einem schönen Grundstück auf dem Erdenbruder umsehen? Die unvorstellbaren Distanzen im Weltraum machen diesem Traum leider mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Kepler-452b befindet sich im Sternbild Schwan, in einer Distanz von 1400 Lichtjahren zur Erde. Nichts im Universum ist schneller als Licht - das bedeutet, dass die elektromagnetischen Strahlen von Kepler-452b 1400 Jahre zur Erde benötigen. Wie lang eine Reise zum neuen Planeten mit einem Raumschiff dauern würde, kann sich dementsprechend jeder ausrechnen - es wäre eine sehr lange Reise.

Trotzdem, von allen bislang entdeckten Planeten ähnele Kepler-425b am meisten der Erde, so der Nasa-Manager John Grunsfeld. "Dieses aufregende Ergebnis bringt uns einen Schritt näher zur Entdeckung einer Erde 2.0."

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