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Außergewöhnliche Transplantation in Schweden Frau spendet Tochter ihre Gebärmutter


Zum ersten Mal haben zwei Frauen die Gebärmütter ihrer Mütter eingepflanzt bekommen. Nächstes Jahr sollen sie künstlich befruchtet werden. Ein deutscher Experte warnt jedoch vor zu viel Euphorie.

Gleich zwei schwedische Frauen haben die Gebärmütter ihrer Mütter transplantiert bekommen. Die Operationen seien ohne Komplikationen gelungen, teilte die schwedische Universität Göteborg mit. Nach ihren Angaben sind die Eingriffe die weltweit ersten beiden derartigen Transplantationen von Mutter auf Tochter gewesen. In der Türkei war im vergangenen Jahr erstmals eine Gebärmutter erfolgreich transplantiert worden - allerdings nicht von Mutter auf Tochter.

Beide Empfängerinnen hatten keine eigene Gebärmutter (Uterus) mehr. Eine der Frauen verlor ihren Uterus wegen Gebärmutterhalskrebs, die andere war ohne Gebärmutter zur Welt gekommen. Beide Frauen sind nach Angaben der Universität zwischen 30 und 40 Jahre alt. In Schweden könnten zwischen 2000 und 3000 Frauen keine Kinder bekommen, weil sie keinen Uterus haben.

Verwandschaft gilt als Vorteil

Die Gefahr, dass die Körper der beiden Frauen die neue Gebärmutter abstoßen, liegt nach Einschätzung der Ärzte bei den bei Transplantationen üblichen 20 Prozent. Um das Risiko zu minimieren, seien die Uteri der jeweiligen Mütter verwendet worden. Die nahe Verwandtschaft bringe einen "theoretischen Vorteil". Die Funktionstüchtigkeit der transplantierten Gebärmütter sei schon bewiesen worden.

In einem Jahr sollen die Frauen durch eine sogenannte In-vitro-Fertilisaton (IVF) künstlich befruchtet werden. Dabei ist geplant, Eizellen der jungen Frauen, die vor der Transplantation entnommen wurden, mit dem Sperma ihrer jeweiligen Partner zu befruchten und in der neuen Gebärmutter zu platzieren. Der wirkliche Erfolg der Transplantationen wird demnach erst viel später zeigen - wenn die Kinder im Jahr 2014 geboren werden sollten.

Experte: "Ethisch absolut grenzwertig"

Die Transplantation sei also in diesem Fall nur ein erster Schritt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin, Christian Thaler. "Die prinzipielle Sorge ist, dass die Gebärmutter im Verlauf der Schwangerschaft eine Vielfalt an Veränderungen durchlaufen muss, die dann für das Wohlbefinden des Kindes von größter Bedeutung sind. Ob und in welchem Ausmaß dies bei einem Transplantat funktioniert, ist vorher kaum absehbar."

Wenn die Schwangerschaft erst einmal begonnen habe, sei das unumkehrbar, sagte der Mediziner. "Das ist ein Experiment mit zwei Patienten - Mutter und Baby - das erfüllt mich in hohem Maß mit Sorge." Bei allem Verständnis für den Kinderwunsch einer Frau, halte er die gegenwärtigen Transplantationsversuche für "ethisch absolut grenzwertig".

Den vier Frauen gehe es nach der Operation gut, erklärte die Universität Göteborg. Die Organspenderinnen sollen demnächst aus dem Krankenhaus entlassen werden.

maj/juho/DPA/AFP DPA

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