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Dumme Zocker? Von wegen!: Videospieler sind intelligenter als der Durchschnitt

Videospiele machen Schüler dumm und faul? Im Gegenteil, so eine australische Studie. Die Gamer schnitten in Pisa-Tests überraschend gut ab.

Jugendliche sitzen auf einem Sofa und spielen Videospiele

Jugendliche beim Online-Spielen: Sind Zocker automatisch dumm?

, die regelmäßig Online-Spiele zocken, schneiden in Pisa-Intelligenztests besser ab als Gleichaltrige, die das nicht tun. Zu diesem Ergebnis kommt eine australische Studie mit Jugendlichen im Alter von 15 Jahren. Die Gamer erzielten in den Bereichen Mathematik und Lesen 15 Punkte mehr als der Durchschnitt. In naturwissenschaftlichen Tests waren es sogar 17 Punkte.

Alberto Posso, Professor an der RMIT University in Melbourne, wertete für die Studie die Pisa-Daten von über 12.000 Jugendlichen aus dem Jahr 2012 aus. Die Tests werden in den Mitgliedsstaaten der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) alle drei Jahre durchgeführt. Getestet wird, inwieweit Jugendliche das in der Schule gelernte Wissen übertragen und im Alltag anwenden können.

Posso verglich die Daten mit Angaben über die Internetnutzung der Jugendlichen. Überraschenderweise erzielten Schüler, die beinahe täglich Videospiele spielten, besonders gute Ergebnisse. "Videospiele könnten Schülern möglicherweise dabei helfen, die in der Schule gelernten Fähigkeiten anzuwenden und zu vertiefen", vermutet der Wissenschaftler.

Spielen intelligente Schüler bevorzugt Videospiele?

Die Daten können allerdings nicht belegen, dass Videospiele der Grund für das gute Abschneiden der Schüler waren – sie zeigen lediglich einen Zusammenhang auf. Eine methodische Schwäche der Studie, auf die auch Alberto Posso hinweist: "Man könnte ebenso argumentieren, dass Menschen, die gut im Erfassen von Texten oder in Mathematik sind, gerne Videospiele spielen, die ihnen erlauben, ihre Fähigkeiten auf diesen Gebieten anzuwenden oder sogar zu vertiefen."

Das Bild des faulen Zockers, der nur schlechte Schulnoten nach Hause bringt, entkräften die Studienergebnisse jedoch allemal. Gegen gelegentliches Daddeln scheint also nichts einzuwenden zu sein – solange die Hausaufgaben und das Lernen nicht zu kurz kommen und Spiele gespielt werden, die altersgerecht sind.

ikr

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