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Klimawandel: Russische Marine entdeckt fünf neue Inseln in der Arktis

Die Geografie der Arktis verändert sich durch den Klimawandel: Die russische Marine hat fünf Inseln entdeckt, die bisher von einem Gletscher bedeckt waren, der nun abgeschmolzen ist.

Antarktis

Die Inseln wurden in der Nähe des Franz-Josef-Land, einer Inselgruppe im Nordpolarmeer, entdeckt

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Der Klimawandel verändert das Gesicht der Erde. Nirgendwo wird das so deutlich wie in der Arktis, wo das Eis, das die Menschheit lange für ewig gehalten hat, durch die Erderwärmung immer weiter abschmilzt. Auch die Geografie des Kontinents muss dadurch teilweise neu gedacht werden.

So werden offenbar durch das Abschmelzen von Gletschern neue Inseln sichtbar. Eine Einheit der russischen Marine entdeckte auf einer Expeditionsreise im August und September fünf bisher unbekannte Inseln. Teil der Expedition waren auch Wissenschaftler und Dokumentarfilmer. Die Inseln sollen zwischen 900 und 54.500 Quadratmeter groß sein.

Inseln waren bisher unter einem Gletscher begraben

Wie unter anderem der "Guardian" berichtet, wurden die Entdeckungen auf einer Pressekonferenz in Moskau präsentiert. Es handelt sich um Inseln, die bisher unter einem Gletscher begraben lagen und jetzt freigelegt wurden. "Das Schmelzen und Zusammenbrechen des Gletschers sowie die Temperaturveränderungen haben dazu geführt, dass diese Inseln sichtbar wurden", führte Vize-Admiral Alexander Moiseyev auf der Pressekonferenz aus. Die neu entdeckten Inseln liegen vor dem russischen Festland und haben noch keine Namen.

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Sie liegen schon länger frei: Bereits im Jahr 2016 konnte das russische Militär die Inseln auf Satellitenbildern erkennen, laut Verteidigungsministerium wurden ihre Existenz aber erst durch die Expedition in diesem Jahr offiziell bestätigt. Dass in der Arktis neue Landflächen entstehen beziehungsweise erst jetzt sichtbar werden, ist also kein neues Phänomen. Laut russischem Verteidigungsministerium wurden zwischen 2015 und 2018 mehr als 30 neue Inseln und Buchten vor dem russischen Festland entdeckt. In der kanadischen Arktis hatte es im Januar eine ähnliche Entdeckung gegeben. Dort hatte ein geschmolzener Gletscher Land freigelegt, das mindestens 40.000 Jahre lang von Eis begraben gewesen war.

Russland sucht Rohstoffe in der Arktis

"Wir hatten Glück, dass wir Inseln ansteuern konnten, wo nicht jedes Jahr die Küste frei von Eis ist", sagte Dennis Krets, Kommandant der Expedition, die die fünf neuen Inseln entdeckten. Vor allem Russland verstärkt in letzter Zeit seine militärischen Aktivitäten in der Arktis. Durch das schmelzende Eis werden Wege frei, die bislang versperrt waren. Russland hofft, auf diese Weise neue, wertvolle Rohstoffe in der Arktis fördern zu können.

Vor einigen Wochen war bereits ein anderes Schiff der russischen Marine auf einer Arktis-Expedition in die Medien geraten: Es war von einem wütenden Walross angegriffen worden, das seine Jungen schützen wollte.

Quellen: "Guardian" / CNN

epp