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Bedrohte Art: Aal ist Fisch des Jahres

Die Fischereiverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben den Aal zum Fisch des Jahres 2009 gewählt. Sie wollen darauf aufmerksam machen, dass die gefährdete Art besser geschützt werden muss.

Der Aal ist der Fisch des Jahres 2009. Mit der Wahl wollen Fischereiverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf den Rückgang der Bestände des Europäischen Aals (Anguilla anguilla) aufmerksam machen, wie der Verband Deutscher Sportfischer am Freitag in Offenbach mitteilte. Dieser "einzigartige Fisch" müsse besser geschützt werden. In Deutschland steht er bereits seit 1998 auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Für den Bestandsrückgang gebe es eine Vielzahl von Gründen, teilte der Verband mit. Dazu gehöre die wachsende Zahl von Wasserkraftwerken, die für den Aal bei seinen Wanderungen unüberwindbare Barrieren aufrichteten. Auch der Fang junger Aale, Glasaale genannt, spiele in Frankreich, Portugal und Spanien eine Rolle. Sie gelten dort als Delikatesse und werden zu Fischkonserven verarbeitet.

Vorkommen in Europa und Nordafrika

Der Aal lebt auf dem Grund von Flüssen und Seen unter Steinen, im Schlamm oder in Spalten. Er ernährt sich vorwiegend von Würmern, Krebsen, Insektenlarven, Fischlaich, aber auch von Fischen. Das Vorkommen des Europäischen Flussaals erstreckt sich über die Atlantische Küste Nordafrikas und Europas, die Nordsee, Ostsee und das Mittelmeer.

Einzigartig ist die Wanderung der Aale aus den Binnengewässern in den Ozean: Zum Laichen ziehen erwachsene Tiere in den Atlantik, in der Sargassosee nahe den Bahamas. Mit dem Golfstrom kommen die Larven wieder nach Osten und erreichen nach etwa drei Jahren die europäischen Küsten. Als Glasaale wandern sie in die Flussmündungen, steigen in den Flüssen auf und gelangen auch in Seen. Dort wachsen sie innerhalb von sechs bis zwölf Jahren als sogenannte Gelbaale zur Geschlechtsreife heran. Zur Fortpflanzung wandern sie, nun Blankaale genannt, wieder zurück in die Sargassosee. Dort sterben sie nach dem Laichen.

An der Wahl zum Fisch des Jahres haben sich der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) sowie erstmals der Schweizerische Fischereiverband (SFV) beteiligt.

DPA / DPA