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Mysteriöse Großkatze: Die Rückkehr der weißen Löwen

Weiße Löwen sind eine Seltenheit. Weltweit gibt es nur noch 300. Die meisten leben in Gefangenschaft. Doch seit einigen Jahren kehren die mysteriösen Tiere wieder in die freie Wildbahn zurück - an den Ort, an dem sie einst aus dem Himmel gefallen sein sollen.

Der Legende nach fiel vor 400 Jahren ein riesiger Lichtball auf Timbavati herab. Darauf sollen die Löwen dort weiße Junge zur Welt gebracht haben. Der Name der südafrikanischen Region nahe der Grenze zu Mosambik bedeutet "Ort, an dem die weißen Löwen auf die Erde herunterkamen". So genau weiß es aber niemand. Laut der Stiftung zum Schutz weißer Löwen WLT könnten sie gar aus einer Eiszeit hervorgegangen sein. Europäische Besucher hätten erstmals 1938 von den Raubtieren berichtet. Sicher ist nur, dass sie selten sind.

Bis Anfang der 90er Jahre waren weiße Löwen aus der Gegend verschwunden. Sie waren in Zoos gelandet, in Zirkussen und auf Zuchtfarmen. Die meisten der weltweit 300 weißen Löwen lebten heute in Gefangenschaft - bis auf eine Handvoll, die in südafrikanischen Naturschutzgebieten ihre Freiheit genießen könnten, sagt der WLT-Löwenexperte Jason Turner. Dazu gehören auch die beiden Löwenmännchen Zukara und Matsieng, die im Wildschutzgebiet Tsau innerhalb des Unesco-geschützten "Kruger to Canyons"-Biosphärengebiets in der Abenddämmerung brüllen.

"Weiße Löwen sind wie blonde Menschen"

"Sie rufen nach Weibchen", sagt Wildhüter George Ngomane und lauscht dem Grölen durch den Wald, wo sich die Löwenbrüder mit ihren blauen Augen und langen Mähnen auf einem Pfad gegenüberliegen. Die beiden sind Enkelsöhne der Löwendame Marah, die Linda Tucker einst vor Trophäenjägern rettete - in Südafrika gibt es nämlich rund 170 Ranchs, auf denen Löwen zum Anschauen, Streicheln aber auch Gejagtwerden aufgezogen werden. Nach der Rettung der weißen Löwin richtete Tucker, die früher als Model und Werbemanagerin arbeitete, das Schutzgebiet ein und entließ Marah 2004 in die Freiheit.

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Dort können weiße Löwen problemlos überleben. Ihre Farbe helfe ihnen vor allem, in der grauen Wintersaison, in sandigen Flussbetten und im Vollmond zu jagen, erklärt Turner vom WLT. Früher habe man die Tiere wegen ihres weißen Fells für Albinos gehalten. Inzwischen steht laut WLT aber fest, dass es sich nur um ein seltenes Markierungsgen handelt. "Weiße Löwen sind wie blonde Menschen", so Turner. Einige der gelben Löwen in der Gegend trügen auch weiße Gene, so dass bei der Paarung mit einem weißen Partner eine 50-prozentige Chance auf weißen Nachwuchs bestehe.

"Wenn man die weißen Löwen tötet, tötet man das Land"

Linda Tuckers Entscheidung, die weißen Löwen vor dem Aussterben zu bewahren, entstand in einer mondlosen Nacht im November 1991, als sie mit Freunden auf einer Safari in Timbavati war. Als ihr Auto eine Panne hatte, sahen sich die Freunde plötzlich einer Gruppe wütender Löwen gegenüber. "Überall in den Büschen um uns herum waren angriffslustige Blicke zu sehen. Jemand rief um Hilfe", erinnert sich die 53-Jährige. Plötzlich sei eine Medizinfrau barfuß durch den Busch gelaufen - mit einem Baby auf dem Rücken. "Die Löwen wurden still und ließen sie durch. Sie stieg zu uns in den Wagen", so Tucker. Darauf seien die Löwen abgezogen.

Die mysteriöse Frau war Maria Khosa, die damals in der Gegend als "Löwenkönigin von Timbavati" bekannt war, und die von sich sagte, sie könne mit Löwen kommunizieren, berichtet Tucker. Drei Jahre nach ihrer prägenden Begegnung im Busch habe sie die oberflächliche Werbewelt und ihr Leben in London zurückgelassen, um die Medizinfrau in Südafrika aufzusuchen. "Wenn man die weißen Löwen tötet, tötet man das Land", hatte diese ihr damals gesagt. Damit habe für Tucker der lange Kampf für den Schutz der weißen Löwen begonnen, die von den lokalen Völkern der Tsonga und Sepedi als heilige Wächter der Erde gesehen werden.

Auch dank Tucker ist das Wildschutzgebiet Tsau heute von einem Elektrozaun umgeben, der die weißen Löwen davor schützt, in die umliegenden Wildgehege zu wandern und dort Jägern oder Wilderern in die Hände zu fallen, sagt Turner. Die Kampagne zum Schutz der weißen Löwen will aber noch mehr. Es gehe darum, das Verhältnis der Menschen zur Natur grundlegend zu verändern: "Wir brauchen einen Paradigmenwechsel hin zu Liebe und Respekt für die Natur."


Sinikka Tarvainen, DPA
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