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Ehrung: Gauß zieht in die Walhalla ein

Auf die alten Zehn-Mark-Scheine hatte er es schon geschafft. Nun ist eine Büste des Mathematikers und Astronomen Carl Friedrich Gauß ist in die Walhalla in Donaustauf bei Regensburg aufgenommen worden - nicht ganz ohne Widerstand.

Bayerns Staatskanzleichef Eberhard Sinner (CSU) nannte Gauß (1777-1855) bei der Enthüllung einen "genialen Geist, der die Wissenschaft um Lichtjahre voranbrachte". Die von dem Bildhauer Georg Arfmann geschaffene Gauß-Büste ist der 128. Marmorschädel in Deutschlands bekanntester Ruhmeshalle. Gauß hat eine Vielzahl von wissenschaftlichen Formeln entwickelt und gilt als einer der wichtigsten Mathematiker aller Zeiten. Sein Konterfei war auch auf den alten Zehn-Mark-Scheinen zu sehen.

Zuletzt war 2003 in der Walhalla eine Büste der während der Nazi- Diktatur hingerichteten Widerstandskämpferin Sophie Scholl aufgestellt worden. Normalerweise wird nur im Abstand mehrerer Jahre in dem tempelartigen Bau an der Donau eine neue Büste enthüllt.

Zuerst hieß es Gauß gegen Heine

Sinner erinnerte daran, dass Gauß auch "als Fürst der Mathematik" bezeichnet worden ist. "Bei Gauß von großen, geradezu genialen Leistungen zu sprechen, ist keine rhetorische Übertreibung." Der Denkmalaufstellung für Gauß ist ein langer Streit unter Wissenschaftlern vorangegangen. Während die Bayerische Akademie der Wissenschaften den Mathematiker vorgeschlagen hatte, wollte die Bayerische Akademie der Schönen Künste zunächst eine Büste des Schriftstellers Heinrich Heine (1791-1856) in der Walhalla sehen.

Die bayerische Staatsregierung hatte dann 2006 beschlossen, dass beide eine Walhalla-Büste erhalten sollen. Das Heine-Denkmal soll 2009 enthüllt werden. In der Zwischenzeit soll im kommenden Jahr die von den Nazis ermordete Philosophin und Ordensschwester Edith Stein (1891-1942) aufgenommen werden.