Jubiläum 2005 ist Einsteinjahr


Die Bundesregierung hat das Jahr 2005 zum Einsteinjahr ausgerufen. Anlass sind der 50. Todestag des weltberühmten Physikers Albert Einstein und der 100. Geburtstag seiner revolutionären Relativitätstheorie.

Seine wesentlichen Thesen schrieb der geniale Physiker Albert Einstein 1905 in der Schweiz nieder, seine deutsche Staatsbürgerschaft hatte er bereits lange zuvor abgelegt, auch um die Wehrpflicht zu umgehen. Und nach der Machtergreifung Hitlers wanderte der jüdische Wissenschaftler in die USA aus, von wo aus er nie wieder nach Deutschland zurückkehrte. Dennoch feiert Deutschland im Jahr 2005 das Jahrhundertgenie natürlich mit zahlreichen Veranstaltungen.   Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren, ging in München zur Schule und kam nach Auslandsaufenthalten 1914 an das Kaiser- Wilhelm-Institut für Physik nach Berlin. Dort wurde er weltberühmt, weil eine Sonnenfinsternis 1919 half, wesentliche Theorien des Physikers zu beweisen. Anlass für das Jubeljahr ist nicht nur der 100. Geburtstag der Relativitätstheorie, sondern auch der 50. Todestag des Forschers.

Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn wollen den Jubiläumsreigen am 19. Januar im Deutschen Historischen Museum in Berlin mit einem Festakt eröffnen. Den großen Einfluss des Pazifisten auf das Weltbild der Menschen und auf die Politik diskutieren Einsteinforscher vom 20. bis 22. Januar auf der internationalen Konferenz "Albert Einstein und sein Jahrhundert" in Berlin. Einstein hatte beispielsweise den US- Präsidenten Franklin Roosevelt zur verstärkten Arbeit an der Atombombe geraten, weil er den Bau einer solchen deutschen Waffe befürchtete. Später verurteilte er den Bau jeglicher Atombomben. Einsteins Verhältnis zum Judentum beleuchtet die Ausstellung "relativ jüdisch. Albert Einstein @ Jude, Zionist, Nonkonformist" im Centrum Judaicum von Berlin (8. März bis 6. Mai und 1. bis 30. September). Einstein hatte sich in seiner Jugend noch als konfessionslos bezeichnet, später unter dem Eindruck des wachsenden Antisemitismus der zwanziger Jahre aber eine tiefe Verbundenheit mit der jüdischen Gemeinschaft entwickelt. Er gilt als kritischer Unterstützer für die Staatsbildung Israels. Mehrere Ausstellungen informieren in Deutschland über das Leben des Genies: Einsteins maßgebenden Einfluss auf die Wissenschaft des 20. Jahrhunderts beleuchtet die Schau "Albert Einstein - Ingenieur des Universums" im Berliner Kronprinzenpalais (16. Mai bis 30. September). Das Deutsche Museum in München feiert den Physiker mit der Sonderausstellung "Abenteuer der Erkenntnis - Albert Einstein und die Physik des 20. Jahrhunderts". Von Mai 2005 an können Besucher auch wieder durch das neu eröffnete Sommerhaus Einsteins in Caputh bei Potsdam spazieren, die einzige erhaltene Wirkungsstätte des Wissenschaftlers in Europa. Künstlerisch-verspielt betrachtet das Projekt "Einstein-Spaces" das Leben des Physikers in Berlin und Potsdam. Zehn international bekannte Künstler präsentieren ihre Arbeiten an neun Wirkungsstätten des Genies. (4. September bis 30. Oktober). Konkrete Informationen zu seinem Leben geben historische Stadtspaziergänge und Bustouren. Und das Erlebnisschiff "MS Einstein" wird mit einer Einstein-Ausstellung an Bord im Sommer 2005 in zahlreichen Städten anlegen. Simone Humml, DPA


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