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Ölpest im Golf von Mexiko: Weitere Gewässer für Fischfang gesperrt

BP gelingt es inzwischen einen Teil des auslaufenden Öls aufzufangen. Ein Ende der Katastrophe ist dennoch nicht in Sicht. Strände werden verschmutzt, der Fischfang wird ausgesetzt.

Die Auswirkungen der Ölpest im Golf von Mexiko werden immer bedrohlicher. Die US-Behörden untersagten in weiteren Meeresgebieten mit einer Fläche von insgesamt fast 1500 Quadratkilometern den Fischfang. Betroffen seien nun auch Gebiete vor Florida. Damit dürfe in rund einem Drittel der Küstengewässer nicht mehr gefischt werden, teilten die Behörden mit. Es heißt, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme.

Der Trichter arbeitet

Aus dem Leck an dem Bohrloch rund 70 Kilometer vor der Küste Louisianas treten nach wie vor große Mengen Öl aus. Allerdings wird zumindest ein Teil des ausströmenden Rohöls jetzt aufgefangen und abgepumpt. Die Behörden hoffen auf weitere Fortschritte. Ingenieuren des BP-Konzerns sei es gelungen, innerhalb von 24 Stunden rund 620 Tonnen Rohöl durch einen Trichter aufzufangen und auf ein Schiff zu pumpen, sagte Admiral Thad Allen von der US- Küstenwache. Er ging davon aus, dass damit etwa ein Drittel des austretenden Öls aufgefangen wird.

Allerdings gilt es als umstrittenen, wie viel Öl tatsächlich aus der defekten Steigleitung in 1500 Metern Tiefe austritt. Forscher der US-Geologiebehörde schätzen, dass es jeden Tag bis zu 3400 Tonnen sein könnten - demnach würde lediglich rund ein Fünftel der austretenden Menge aufgefangen.

Verschmutzung der US-Küste

Die Verschmutzung der US-Küste geht unterdessen weiter: Am Wochenende waren auch Touristenstrände in Florida betroffen. Dort wurden Teerklumpen an Land gespült. Es seien aber noch keine Strände geschlossen worden, berichteten US-Medien. Das wolle man erst tun, wenn die Gesundheit der Menschen in Gefahr sei.

Zugleich versucht BP, mit einer Neuorganisation im eigenen Haus den Schaden zu begrenzen: Der britische Konzern will die Bekämpfung der Ölpest in eine neu zu gründende, eigenständige Organisation auslagern.

Dort sollen alle Maßnahmen, die mit dem Unfall der Bohrinsel "Deepwater Horizon" vor sechs Wochen zusammenhängen, gebündelt werden, kündigte BP-Chef Tony Hayward an. Durch diesen Schritt wolle es BP erreichen, dass die Geschäfte ungestört weiterlaufen können.

US-Präsident Barack Obama hat immer wieder betont, BP trage die volle Verantwortung für das Desaster und müsse auch dafür zahlen.

DPA / DPA