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Projektübersicht: Das Projekt

Sechs Schüler und drei Lehrer des Gymnasiums Ulricianum und der Berufbildenden Schule II Aurich sind in den Norden Sibiriens aufgebrochen um sich gemeinsam mit russischen Studenten auf die Spuren der Mammuts zu begeben.

Jakutien im Nordosten Sibiriens besitzt riesige Ausdehnungen. Auf einer Fläche, in die Deutschland zehn Mal hineinpassen würde, leben insgesamt nur etwa eine Million Menschen. Es ist kalt in Jakutien, sehr kalt: Im Zentrum der riesigen sibirischen Dauerfrostzone gelegen, gilt es als kälteste Region der nördlichen Hemisphäre.

Alexander Börries, Bastian Frank, Matthias Harms, Elisabeth Kniss, Karsten Penon und Maren Reder nehmen als Stipendiaten der Auricher Wissenschaftstage an dieser Expedition teil und werden zusammen mit drei Lehrern und russischen Studenten auf den Spuren der Mammuts wandeln. Die Expedition ist ein Gemeinschaftsprojekt der Auricher Wissenschaftstage mit der Staatsuniversität Jakutsk.

Expeditionsschwerpunkte

Warum Jakutien?
Geringe Niederschlagsmengen und extrem niedrige Wintertemperaturen (bis -68°C) verhindern die Entstehung von Gletschern, auch während der letzten Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren. Somit existieren heute noch Überreste von Pflanzenkomplexen, wie sie während der Zeit der Mammuts in ganz Europa verbreitet waren. Man vermutet, dass im Permafrost-Boden Sibiriens noch mehr als 13 Millionen Mammuts erhalten sind.

Die Schülerinnen und Schüler haben sich auf drei Expeditionsschwerpunkte vorbereitet, die von der Staatsuniversität Jakutsk wissenschaftlich begleitet werden.

1. geoökologischer Schwerpunkt

Typische Naturräume Jakutiens werden untersucht: die Pflanzengesellschaften der Flussauen, der Taiga-Lichtungen (Senken, Moore, Sümpfe und Seen), und der eiszeitlichen Mammutsteppe, die nur noch hier erhalten geblieben sind.

2. archäologischer Schwerpunkt

Auf den Grabungsfeldern von Diring-Jurjach an der Lena werden die Schülerinnen und Schüler Spuren der Menschheit mituntersuchen können, die der Grabungsleiter Prof. Dr. Jurij Motschanow von der Staatsuniversität Jakutsk auf ein Alter zwischen 1,8 und 2,5 Millionen Jahren datiert hat. Sie ähneln denen der ältesten afrikanischen Kulturen in Tansania und Kenia. Der Urmensch streifte also auch schon an den eisigen Ufern der Lena umher.

3. lebensweltlicher Schwerpunkt

Die Lena-Felsen sind Sitz der jakutischen Götter. Auch heute noch ist der Schamanismus in Jakutien weit verbreitet.

Die Schülerinnen und Schüler werden die Differenzerfahrung zwischen wissenschaftlichen und schamanistischen Lebenswelten, zwischen Internetcafé und Schamanenbaum, mit ihren unterschiedlichen Erklärungsansätzen beispielhaft erleben und dokumentieren.

Reisedaten

Hinfahrt
- Donnerstag, 8. Juli 2004: Flug Düsseldorf - Moskau

- Sechstägige Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn und der Baikal-Amur-Magistrale von Moskau zum Nerjungri-Pass im Aldan-Hochland

- Zweitägige Fahrt nach Jakutsk an der Lena mit dem Gästebus der Staatsuniversität Jakutsk

Forschungsaufenthalt
Montag, 19. Juli bis Montag, 16. August 2004:

Flussexpedition im Bereich der Lena und dem Nebenfluss Sinaya der jakutischen Studenten und der niedersächsischen Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern. Unterbringung in jeweils aufzubauenden Forschungscamps entlang der Expeditionsroute.

Rückfahrt


- Montag, 23. August 2004: Flug Jakutsk - Moskau - Dienstag, 24. August 2004: Flug Moskau - Düsseldorf

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