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Tote Schwäne: Vogelgrippe auch in Sachsen bestätigt

Die Vogelgrippe hat mit Sachsen ein zweites deutsches Bundesland erreicht. In drei toten Schwänen wurde das aggressive Virus H5N1 nachgewiesen - das Friedrich-Loeffler-Institut schätzt das Risiko einer Übertragung auf Nutzgeflügel aber weiter mäßig ein.

In Frohburg südlich von Leipzig wurden drei tote Schwäne gefunden, bei denen das aggressive Virus H5N1 nachgewiesen wurde, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems bei Greifswald am Dienstagabend bestätigte. Am Wochenende war in Nürnberg bei sechs toten Schwänen eine H5N1-Infektion festgestellt worden. Es war der erste bekannt gewordene Ausbruch der Vogelgrippe in Deutschland seit August 2006.

Ein Verdachtsfall aus Nürnberg werde noch untersucht, teilte das FLI mit. Auch in Sachsen werde ein weiterer verendeter Schwan noch untersucht, berichtete das sächsische Gesundheitsministerium. Die Zahl der mit Vogelgrippe infizierten Wildvögel in Deutschland liegt damit derzeit bei neun, davon acht Schwäne und eine Kanadagans. Das Vogelgrippe-Risiko bleibt dem Institut zufolge aber unverändert.

Mäßiges Übertragungsrisiko

"Die neuen Fälle aus Sachsen ändern aber noch nichts an unserer Risikobewertung", sagte FLI-Präsident Thomas Mettenleiter. Es bleibe bei einem mäßigen Übertragungsrisiko von Wildvögeln auf Nutzgeflügel. Ob die Tierseuche ähnlich wie im vergangenen Jahr verstärkt auftrete, sei noch unklar. Die Forscher wollen das Erbgut der Viren aus Bayern und Sachsen näher untersuchen und mit Viren aus Tschechien und Ungarn vergleichen, um mehr über die Herkunft der Erreger zu erfahren.

In einem Radius von drei Kilometern um den Fundort der Schwäne in Frohburg wurde eine Sperrzone eingerichtet, wie das sächsische Gesundheitsministerium mitteilte. Innerhalb dieser Zone muss Federvieh im Stall gehalten werden. Hunde sind an der Leine zu führen. Katzen dürfen nicht ins Freie. Nutzgeflügel und Geflügelprodukte dürfen nicht in die Sperrzone gebracht oder heraustransportiert werden. Die Beschränkungen gelten zunächst für 21 Tage.

Impfstrategie gefordert

Unterdessen forderten FDP und Grüne im Bundestag eine Impfstrategie für Geflügel. Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn warnte im Nachrichtensender n-tv davor, dass die Stallpflicht die Freilandhaltung kaputt machen könne. FDP-Agrarpolitiker Hans-Michael Goldmann verlangte, die Bundesregierung solle sich für den Wegfall von Handelsbeschränkungen für Exporte geimpfter Tiere einsetzen. Derzeit lehnt die Regierung vorsorgliches Impfen ab, weil geimpfte noch nicht von infizierten Tieren unterschieden werden können.

Im Frühjahr des vorigen Jahres war in Sachsen erstmals in Deutschland die Vogelgrippe in einem Nutztierbestand ausgebrochen. Danach trat die Krankheit in zahlreichen Bundesländern auf. Tausende Tiere von Geflügelfarmen mussten getötet werden.

DPA / DPA