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Vogelgrippe: H5N1 in Rumänien festgestellt

Bei in Rumänien verendeten Tieren ist nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Bukarest das auch für den Menschen gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 nachgewiesen worden.

Auch bei der in Rumänien aufgetretenen Vogelgrippe handelt es sich nach Angaben staatlicher Veterinär-Behörden um die für den Menschen lebensbedrohliche Virus-Variante. Damit hat die Krankheit, an der seit 2003 in Asien mehr als 60 Menschen gestorben sind, Europa erreicht.

Der Viren-Stamm H5N1 sei in den Kadavern von drei Enten nachgewiesen worden, die im rumänischen Donau-Delta unweit des Schwarzen Meeres gefunden wurden, teilten die Behörden am Samstag mit. "Wir haben telefonisch die Bestätigung aus London erhalten, dass es das H5N1-Virus ist", sagte eine Sprecherin der Behörde für Tiergesundheit. Diese Krankheitsvariante war zuvor schon in der Türkei nachgewiesen worden.

Ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel sagte: "Wir warten auf die Ergebnisse, die gegen 13.00 Uhr MESZ aus Großbritannien kommen sollen". Er könne den Bericht weder bestätigen noch dementieren, sagte der Sprecher Robert Soltyk. Die Kommission der Europäischen Union habe jedoch schon unter der Annahme gearbeitet, dass es sich bei der in Rumänien gefundenen Vogelgrippe um die für den Menschen gefährliche Variante handle. Alle Vorsichtsmaßnahmen seien ergriffen worden.

Betroffene zur Beobachtung in der Klinik

Die Kommission hatte am Donnerstag mitgeteilt, der H5N1-Stamm sei in der Türkei gefunden worden. Für Unruhe hatten am folgenden Tag Berichte über erste Vogelgrippe-Verdachtsfälle beim Menschen in dem Land gesorgt. Im Westen der Türkei seien Menschen zur Beobachtung ins Krankenhaus der Stadt Turgutlu eingeliefert worden. Ein Behördenvertreter sagte, obwohl es bislang keine Anzeichen einer Erkrankung gebe, blieben die Betroffenen bis auf weiteres zur Beobachtung in der Klinik. Regierungen und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bemühen sich bislang, eine größere Panik zu verhindern, rufen aber zu erhöhter Wachsamkeit auf.

Die Staaten der Europäischen Union (EU) verständigten sich unterdessen auf Sofortmaßnahmen. Die 25 Mitgliedsländer sollten besonders gefährdete Gebiete genauer bestimmen, um dort Wildvögel von Haus-Geflügel zu trennen, teilte die EU-Kommission in Brüssel am Freitag nach einer Krisensitzung der Veterinärexperten mit. Damit solle das Ansteckungsrisiko für heimische Tiere möglichst gering gehalten werden. Die Bundesregierung hatte bereits erklärt, sie bereite eine Eilverordnung vor, um die EU-Beschlüsse umzusetzen. In der kommenden Woche wollen EU-Experten in die Türkei und nach Rumänien reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Kein Grund zur Panik

Wissenschaftlern der Universität Wisconsin-Madison zufolge ergaben Untersuchungen, dass das Virus Anzeichen einer Resistenz gegen ein bisher eingesetztes Medikament zeige. Im Körper eines vietnamesischen Mädchens, das an Vogelgrippe erkrankt und mit Tamiflu des schweizerischen Pharmakonzerns Roche behandelt worden sei, hätten sie resistente Viren-Stämme gefunden. Dies belege die Notwendigkeit, andere Mittel zu entwickeln. Ein Grund für Panik sei aber auch dies nicht.

Es gebe zudem Anzeichen dafür, das das Mädchen nicht von Geflügel angesteckt worden sei, sondern von seinem ebenfalls erkrankten Bruder, erklärten die Forscher. Sollte sich dies bestätigen, wäre es ein bislang seltener Fall der Übertragung von Mensch zu Mensch. Gesundheitsexperten warnen seit langem, dass das Virus in dieser Hinsicht mutieren und dann eine weltweite Epidemie auslösen könnte.

DPA/Reuters / DPA / Reuters