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Ausgrabung Pompeji - Archäologen enthüllen Hochzeitswagen geschmückt mit pikanten Sex-Szenen

Die erotischen Szenen machen deutlich, dass der Wagen bei Hochzeitszeremonien benutzt wurde.
Die erotischen Szenen machen deutlich, dass der Wagen bei Hochzeitszeremonien benutzt wurde.
© Parco archeologico di Pompei / PR
Im Stall einer Villa vor den Toren der Stadt Pompeji wurde ein prächtiger Streitwagen gefunden. Die Experten glauben, dass er für Zeremonien wie Hochzeiten benutzt wurde. Mit ihm wurde die Braut ins neue Heim gefahren.

Archäologen in Italien haben einen Streitwagen enthüllt, den sie im Januar in der Nähe der antiken römischen Stadt Pompeji entdeckt haben. Der vierrädrige Wagen wurde in der Nähe eines Stalls der antiken Villa Civita Giuliana gefunden, in dem bereits 2018 drei Pferde entdeckt wurden. Die Villa liegt etwa 700 Meter nördlich der Stadtmauern von Pompeji.

Massimo Osanna, der Direktor der archäologischen Stätte von Pompeji, sagte, dass der Wagen der erste seiner Art sei, der in diesem Gebiet entdeckt wurde. Das prunkvolle Gefährt wurde nicht zum Transport benutzt, er diente zeremoniellen Zwecken. Bei Festen und Paraden konnten die Geehrten so durch die Stadt gezogen werden. Der Wagen war reich geschmückt mit Eisenteilen, schönen Bronze- und Zinndekorationen und hat die Zeit fast unversehrt überstanden. Am 7. Januar wurde er erstmals entdeckt. Es wird aber dauern, bis er komplett freigelegt ist, da einigen Materialien sehr zerbrechlich sind.

Eindeutige Szenen 

Osanna sagte, dass der Wagen möglicherweise für den Transport einer Braut zu ihrem neuen Haushalt benutzt wurde – also den Römern als eine Art von Hochzeitskutsche diente. "Dies ist eine außergewöhnliche Entdeckung, die unser Verständnis der antiken Welt voranbringt", sagte Massimo Osanna. Einige der kunstvollen Dekorationen auf dem Wagen würden darauf hindeuten, dass er für gemeinschaftliche Festivitäten benutzt wurde, möglicherweise auch für Hochzeitszeremonien. "Wenn man bedenkt, dass die antiken Quellen auf die Verwendung durch Priesterinnen und Damen hinweisen, kann man die Möglichkeit nicht ausschließen, dass dies ein Wagen war, der für Rituale im Zusammenhang mit der Hochzeit verwendet wurde, um die Braut zu ihrem neuen Haus zu führen." An der Seite ist der Wagen mit Dekorationen verziert, die Männer und Frauen in expliziten Szenen zeigen.

Frühere Ausgrabungen haben schon funktionale Fahrzeuge gefunden, die für Transport und Arbeit genutzt wurden, aber nicht solche, die für Zeremonien verwendet wurden. Erst vor wenigen Jahren wurde das komplett gesattelte Pferd eines hohen Militärs entdeckt ("Fertig für die Flucht – gesatteltes Pferd in Pompeji entdeckt"). Mit ihm wollte der Offizier vermutlich fliehen, aber es war zu spät. Pferd und Stall wurden vom Ascheregen überdeckt.

Agrar-Villa vor der Stadt

In Pompeji, 23 Kilometer südöstlich von Neapel, lebten etwa 13.000 Menschen, als es unter Asche, Bimssteinkieseln und Staub begraben wurde ("Verdampfendes Blut und explodierende Schädel - so grausam starben die Opfer des Vesuvs") Ungefähr zwei Drittel der 66 Hektar großen antiken Stadt wurden bisher freigelegt. Die Ruinen wurden erst im 16. Jahrhundert entdeckt und die organisierten Ausgrabungen begannen um 1750.

Die Villa Civita Giuliana liegt in den Vororten der antiken Stadt Pompeji. Hier wurde mit den Ausgrabungen begonnen, um Räubern zuvorzukommen. In dem fruchtbaren Gebiete wurde im großen Maßstab Wein und Öl angebaut. Die Villa bestand aus einem luxuriösen Wohnteil und einem Komplex, der der Landwirtschaft diente.

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