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EM 2021 Merkel äußert beim Treffen mit Johnson Kritik – und muss dann auch noch einen Fußball-Witz ertragen

EM 2021: Merkel äußert beim Treffen mit Johnson Kritik – und muss dann auch noch einen Fußball-Witz ertragen
KEINE BESCHRÄNKUNGEN Hinweis: Dieser Beitrag wird Ihnen ohne Sprechertext gesendet. O-TON BUNDESKANZLERIN ANGELA MERKEL (CDU) "Ich sehe das auch mit großer Sorge, das habe ich dem Premierminister auch gesagt, und wir in Deutschland haben uns ja entschieden, weniger Zuschauer in das Stadion in München zu lassen, aber die britische Regierung wird ihre Entscheidungen treffen. Aber ich bin sorgenvoll und skeptisch, ob das gut ist und nicht ein bisschen viel." "Was das Fußballspiel anbelangt, so war es natürlich keine freiwillige Gabe von meiner Seite, um das Klima hier zu verbessern, aber ich habe es hingenommen und das Ergebnis ist so, dass sich in diesem Falle England freuen konnte, das kann ich Euch gut gönnen, das ist klar. Aber wir waren schon ein bisschen traurig, das muss ich dann noch dazu sagen. Jetzt aber der englischen Mannschaft alles Gute für die weiteren Spiele, das darf ich dann schon noch sagen."
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Es ging um viele wichtige politische Themen beim Treffen von Angela Merkel und Boris Johnson – doch auch über Fußball wurde gesprochen: Während Johnson gute Laune hatte, wirkte die Kanzlerin nicht zufrieden.

Jahrzehntelang mussten die Engländer Hohn und Spott ertragen. Zumindest die Fußball-Fans. Denn immer und immer wieder verlor das Team von der Insel wichtige Spiele bei großen Turnieren gegen den gar nicht mal so beliebten Gegner aus Deutschland. Und ja, es waren richtig schmerzhafte Niederlagen dabei: 1990 bei der Weltmeisterschaft in Italien, 2014 bei der Weltmeisterschaft in Brasilien – und vor allem natürlich bei der EM 1996 in England. 

Am Dienstag gab es nun, aus Sicht der Engländer, endlich die langersehnte Revanche – die "Three Lions" bezwangen die Mannschaft von Joachim Löw mit 2:0 und schickten Deutschland nach Hause. Und die Freude über diesen Sieg ist auf der Insel derart groß, dass sich nicht einmal Boris Johnson einen Kommentar verkneifen wollte, als er am Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel traf: "Manche Dinge haben sich während deiner Amtszeit bis zur Unkenntlichkeit verändert, aber die längste Zeit war es Tradition, Angela, dass England bei internationalen Fußballturnieren gegen Deutschland verliert. Ich bin dir natürlich dankbar, dass du mit dieser Tradition gebrochen hast, zumindest einmal", sagte der britische Premierminister zur deutschen Bundeskanzlerin bei deren letzten Besuch, ehe sie im September aus dem Amt ausscheidet.

Angela Merkel kritisiert volles Stadion in London

Merkel selbst nahm den Witz mit stoischer Gelassenheit hin, war aber bei einem anderen Thema bezüglich der Fußball-EM nicht so gut gelaunt: Sie erneuerte ihre Sorgen, dass sich viele Menschen wegen des Fußballturniers mit dem Coronavirus anstecken könnten. Die Halbfinals und Finals finden in London statt – und das Endspiel soll vor 60.000 Zuschauern steigen.

"Die britische Regierung wird ihre Entscheidungen treffen. Aber ich bin sorgenvoll und skeptisch, ob das gut ist und nicht ein bisschen viel", sagte Merkel auf Johnsons Landsitz in Chequers bei London. Johnson reagierte: "Der entscheidende Punkt ist, dass wir hier im Vereinigten Königreich eine beträchtliche Mauer aufgebaut haben durch das Impfprogramm", sagte er.

Tatsache ist: Großbritannien hat derzeit die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen in Europa und ist von Deutschland als einziges europäisches Land neben Portugal als Virusvariantengebiet eingestuft. Die Uefa hat in der Zwischenzeit den Ticketverkauf für das Viertelfinale an Engländer gestoppt – mehr dazu lesen Sie hier.

sw / mit Material der DPA

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