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US-Präsidentenfans: "Bikers for Trump" - den US-Patrioten sind T-Shirts 'made in USA' zu teuer

Die "Bikers for Trump" feiern sich, den Präsidenten und die USA. US-Firmen, die nicht in den USA produzieren, kriegen ihr Fett weg, nur bei sich selbst sind sie nicht so streng: Ihre T-Shirts etwa lassen sie im Billig-Ausland nähen.

Bikers for Trump am Weißen Haus

Die "Bikers for Trump" mit dem US-Präsidenten am Weißen Haus

DPA

Die USA sind mitunter ein teures Pflaster, vor allem wenn es um die Produktion von Kleidung geht. Ein T-Shirt "Made in USA" kostet zum Beispiel acht Dollar mehr, als ein T-Shirt "Made in Haiti". Mehrkosten, die der Chef der "Bikers for Trump" nicht willens ist, zu zahlen. "Ich habe mich weit und breit nach Hemden 'made in America' umgeschaut, aber es ist der reinste Nepp", sagte Bikers-for-Trump-Gründer Chris Cox der "New York Times". Er selbst verkauft T-Shirts mit Trump-freundlichen Motiven, die er aus eben jenen Kostenmotiven in dem Karibikstaat Haiti produzieren lässt.

Bikers kritisieren Harley-Davidson

Die Aussage wirft ein interessantes Licht auf den äußerst patriotischen Motorradclub. Offenkundig ist dem Chef das eigene Portemonnaie noch näher als heimische Arbeitsplätze. Gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump, der die Biker vor wenigen Tagen im Weißen Haus empfangen hatte, kritisierte Cox die Ankündigung von Harley-Davidson, einige Motorräder künftig im Ausland produzieren zu wollen als "unpatriotisch". Das Unternehmen reagierte damit auf Trumps Strafzölle auf Stahl und Aluminium.

Harley-Davidson, der Leib- und Magenhersteller der Trump-freundlichen Biker, war nach der Ankündigung auch beim Präsidenten in Ungnade gefallen. Überschüttete Trump die Firma zuvor noch mit Lob, fühlte er sich wohl von den Auslagerungsplänen verraten. Mit wütenden Tweets beschimpfte er den Motorrad-Produzenten: "Harley-Kunden sind nicht glücklich." "Meine Regierung arbeitet mit anderen Motorrad-Firmen zusammen, die in die USA ziehen wollen." "Harley-Davidson soll hundertprozentig in Amerika bleiben."

Trump-Artikel made in China

Viele Trump-Fanartikel werden nicht in den USA hergestellt. Trumps Wahlkampfteam beharrt darauf, dass das offizielle Merchandising "proudly made in USA" ist. Dennoch gibt es daneben viele Anbieter, die "Make America great again"-Kappen oder Trump-Fahnen in China herstellen lassen. Zuletzt waren Fotos aus einer chinesischen Fabrik aufgetaucht, die offenbar Flaggen für den Präsidentschaftswahlkampf 2020 herstellt.

nik