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#DoNoTouchMyClothes "So kleiden sich afghanische Frauen wirklich": Afghaninnen kämpfen im Netz gegen Vollverschleierung

Seit der Machtübernahme der Taliban kommt es immer wieder zu Protesten von Frauen in Kabul. Im Netz stehen nun mutige afghanische Frauen auf der ganzen Welt ihren Schwestern bei. Mit dem #DoNotTouchMyClothes protestieren sie gegen die Taliban-Vorschriften zur Verhüllung in ihrer Heimat.

Sehen Sie im Video: "So kleiden sich afghanische Frauen wirklich" – Afghaninnen kämpfen im Netz gegen die Verschleierung. 

Sie gehen auf die Straße – aber werden nicht gehört. Im Stadtbild von Kabul werden Frauen zunehmend unsichtbar. Jetzt richten afghanische Frauen auf der ganzen Welt unter #DoNotTouchMyClothes ihren Protest gegen das frauenfeindliche Regime der Taliban in Afghanistan. Der Protest soll eine Antwort auf eine von den Radikal-Islamisten organisierte Demonstration in der Universität Kabul sein. Dort hatten sich 300 Frauen in schwarzer Kleidung und mit bedecktem Gesicht in den Vorlesungsräumen versammelt und Flaggen des neu gegründeten Islamischen Emirats Afghanistan geschwenkt. Den Protest gegen die Verschleierung startete Bahar Jalali, eine afghanische Geschichts- und Genderwissenschaftlerin mit diesem Bild. Daraufhin teilten auch andere Frauen auf der Welt Fotos, in denen sie in traditioneller bunter Kleidung zu sehen sind. Die Musikerin Ariana Delawari schreibt zu ihrem Bild: „Meine Mama mit mir in ihrem Bauch, meine Tanten, meine Schwestern in afghanischen Gewändern.“ Vor der Machtübernahme der Taliban im August 2021 waren in großen afghanischen Städten westliche Kleidung wie Jeans oder langarmige Oberteile üblich. Diese kombinierten Frauen oft mit einer losen Kopfbedeckung. Auch Frauen in Burka waren in der Hauptstadt zu sehen – machten aber nicht den überwiegenden Teil des Stadtbildes aus. Der Protest im Netz ist ein Hilferuf für die mehr als 14 Millionen Frauen in Afghanistan. Nach Angaben von Alison Davidian, UN-Mitarbeiterin für  Afghanistan, verschlechtert sich ihre Situation zunehmend: „Jeden Tag erhalten wir Berichte über Rückschritte bei den Frauenrechten. Frauen ist es verboten, das Haus ohne einen Mahram, einen männlichen Begleiter, zu verlassen. In einigen Provinzen gehen sie nicht mehr zur Arbeit. Einrichtungen, die Frauen, die vor Gewalt fliehen, grundlegende Hilfe anbieten, wurden angegriffen. Schutzhäuser für Menschenrechtsverteidigerinnen, darunter Journalistinnen und Aktivistinnen, sind voll ausgelastet.“


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