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Brexit-Abstimmung Dieses Land hat die EU vor 30 Jahren verlassen


Sollte Großbritannien den Austritt aus der EU beschließen - es wäre nicht das erste Land, das der Union den Rücken kehrt. 1982 gab es schon einmal ein erfolgreiches Anti-Europa-Referendum, ebenfalls auf einer Insel. 
Von Niels Kruse

Inseln und EU haben es offenbar schwer miteinander. Nicht erst, seitdem sich die Briten über einen Austritt aus der Union streiten wie die Kesselflicker. Sollte das Vereinigte Königreich am Donnerstag mehrheitlich für "Leave" stimmen, wäre es nicht das erste Land, das der Gemeinschaft den Rücken zukehrt. Es war die größte Insel der Welt, die 1982 beschloss, die damalige Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) zu verlassen: Grönland. Das Eiland am Polarkreis gehört eigentlich zu Dänemark, hatte aber 1979 vom Mutterland weitgehende Selbstverwaltungsrechte erhalten. Die Mitgliedschaft im EU-Vorläufer (seit 1973) aber blieb bestehen.

"Gröxit" im Februar 1985

Doch die Grönländer regierten zunehmend ungehalten auf die Überfischung ihres Meeres und der Ausbeutung ihrer Bodenschätze durch die europäischen Nachbarn, sodass sie 1982 über den Verbleib in der damaligen EWG stimmten. 53 Prozent der Befragten stimmten daraufhin für den Austritt.

Der "Gröxit" fand dann im Februar 1985 statt. Die Fläche der EWG wurde dadurch mit einem Schlag um mehr als die Hälfte kleiner. Die Grönländer sind heute dänische Staatsbürger, aber keine EU-Bürger, das Land selbst ist der Union assoziiert.

Vor Grönland verließ Algerien die EWG

Bereits 20 Jahre vor dem Austritt Grönlands wurde die EWG das erste Mal geschrumpft. Algerien, bis 1962 französische Kolonie, gehörte ebenfalls zur Union, wurde in dem Jahr aber unabhängig und verließ so die Wirtschaftsgemeinschaft. 2007 löste sich die kleine Inselgruppe Saint-Barthélemy in der Karibik vom französischen Übersee-Département Guadeloupe und ist seitdem nicht mehr Teil der EU, ihre Einwohner sind aber weiter EU-Bürger. Durch ein Sonderabkommen dürfen sie auch den Euro weiter als Währung nutzen.


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