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Trumps verbale Entgleisung: So witzig umschreiben internationale Medien das Wort "shithole"

Trumps angebliche Äußerung über "shithole countries" ist weltweit ein Thema. Und stellt zahlreiche Medien vor eine große Herausforderung. Vor allem dort, wo man in der Wortwahl sehr viel zurückhaltender ist.

Seit Tagen fegt weltweit ein Sturm der Entrüstung durch die internationalen Medien. Es geht um die mittlerweile berühmt-berüchtigte Bemerkung "shithole countries" (Drecksloch-Länder), die US-Präsident Donald Trump während eines Treffens mit Senatoren im Weißen Haus angeblich geäußert hat. Es ging dabei um den Aufenthaltsstatus von Menschen aus Haiti, El Salvador und afrikanischen Staaten.

Die Berichterstattung über das Thema stellt Medien in aller Welt vor eine große Herausforderung. Besonders in asiatischen Ländern tut man sich schwer, eine angemessene Übersetzung der abfälligen Bemerkung zu finden, weil dort in der Regel ein höflicherer Umgangston gepflegt wird. Die Übersetzungen sind aus europäischer Sicht zum Teil umständliche wie auch skurrile Umschreibungen der Beschimpfung. 

Japan: Länder wie Toiletten

Medien in China machen es sich noch leicht. Sie übersetzen "shithole countries" mit "schlechte" Länder. In Vietnams lokalen Medien variierten die Ausdrücke zwischen "schmutzige Länder", "Müll-Länder" und "scheußliche Länder". Im thailändischen Dienst des staatlichen US-Auslandssenders "Voice of America" wird das Wort erklärt. Es könne mit "Abfallloch von Exkrementen" übersetzt werden.

In Japan sprechen Rundfunksender unter anderem von "Ländern wie Toiletten".  Südkoreas Medien orientieren sich größtenteils an der Vorgabe der größten Nachrichtenagentur des Landes. Die übersetzt den Ausdruck mit "Bettlerhöhle".

Auf den Philippinen zeigt man keine Zurückhaltung

Besonders umständlich und blumig drückt sich die staatliche Nachrichtenagentur Taiwans aus. Sie schreibt von "Ländern, in denen Vögel keine Eier legen". Die vielen englischsprachigen Medien der Philippinen haben sich an die vulgären Ausbrüche ihres Präsidenten Rodrigo Duterte gewöhnt und waren entsprechend weniger zurückhaltend. Der "Philippine Star" nahm das englische Originalzitat "shithole countries" sogar in die Titelüberschrift.

Auch in den USA selbst gab es in Bezug auf das Wort "shithole" einige Verrenkungen. Die "New York Times" verwendete in der Überschrift die Wendung "abschätzige Sprache", im Artikel wurde "shithole" aber zitiert. In zahlreichen US-Medien wurde das Unwort mit Sternchen versehen, statt es auszuschreiben ("S****hole". Bei CNN warnte Moderator Eltern, dass die Worte im folgenden Bericht für Kinder ungeeignet seien. In den Nachrichten von ABC spricht man von einer "Profanität, die wir nicht wiederholen wollen".

tis