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Beleidigung von Haiti und Afrika: Den Tränen nahe zerlegt CNN-Moderator Cooper Trumps "Dreckslöcher"-Attacke

Das ist selbst für Donald Trump ein Tiefpunkt: Der US-Präsident soll Haiti und Teile Afrikas "Drecksloch-Länder" genannt haben. CNN-Moderator Anderson Cooper hat viel Zeit in Haiti verbracht. Seine Antwort an Trump lässt wohl niemanden kalt.

CNN-Moderator Anderson Cooper

"Die Menschen in Haiti haben mehr standgehalten, als es unser Präsident jemals getan hat": CNN-Moderator Anderson Cooper

Die Empörung ist groß: US-Präsident Donald Trump soll bei Beratungen über ein neues Einwanderungsgesetz unter Bezug auf afrikanische Länder, und El Salvador gesagt haben: "Warum kommen all diese Menschen aus Drecksloch-Ländern hierher?" Trump soll auch gefragt haben: "Warum brauchen wir mehr Haitianer?" Zugleich habe er vorgeschlagen, dass die USA stattdessen mehr Einwanderer aus Ländern wie Norwegen aufnehmen sollten.

Die Aussagen des Präsidenten, die von der "Washington Post" und der "New York Times" verbreitet und vom Weißen Haus nicht dementiert wurden, schlagen hohe Wellen. Die Uno verurteilte sie als "rassistisch". Besondere Entrüstung riefen Trumps Worte bei CNN-Moderator Anderson Cooper hervor. Am Ende seiner Sendung "360°" Grad hielt er - den Tränen nahe - ein emotionales Plädoyer für die Menschen in Haiti.

Cooper hat langjährige Beziehung zu Haiti

"Um es klar zu sagen: Die Menschen in Haiti haben mehr durchlebt, mehr standgehalten, sich gegen mehr Ungerechtigkeit zur Wehr gesetzt, als es unser Präsident jemals getan hat", sagte Cooper.

In der Schule habe ihm ein Einwanderer aus Haiti Mathematik beigebracht, erzählt der Reporter. Der Lehrer habe hart gearbeitet und sich dem Unterrichten amerikanischer Kindern gewidmet. Schließlich sei er nach Haiti zurückgekehrt und dort ermordet worden, während er sich um das Präsidentenamt bewarb.

Cooper war eigenen Angaben zufolge erstmals in den frühen 90er-Jahren in Haiti und ist seither häufig auf die Insel zurückgekehrt, sowohl beruflich als auch privat. Auch nach dem verheerenden vor acht Jahren war er als Reporter vor Ort und blieb mehr als einen Monat lang.

"Wie alle Länder ist Haiti eine Sammlung von Menschen - reich und arm, gut und nicht gut ausgebildet, gut und schlecht. Aber ich habe nie einen Haitianer getroffen, der nicht stark ist", berichtet der 50-Jährige. Man müsse stark sein, um an einem Ort zu überleben, wo die Regierung ihr Volk häufig im Stich gelassen habe. Wo es wenig Möglichkeiten gebe und wo Mutter Natur die Menschen weit mehr gestraft habe, als irgendwer jemals gestraft werden dürfte.

"Trump könnte von den Haitianern etwas lernen"

Cooper spielt damit auf das Erdbeben vom 12. Januar 2010 an, bei dem mehr als 220.000 Haitianer ihr Leben verloren und Hunderttausende obdachlos wurden. Als er seine Erlebnisse nach der Katastrophe schildert, bricht ihm die Stimme und er muss kurz pausieren.

"Über Tage und Wochen gruben die Menschen in Haiti sich ohne die Hilfe ihrer Regierung oder Polizei mit ihren nackten und blutigen Händen durch Schutt, um vollkommen Fremde zu retten - geleitet nur durch das Wehklagen der Verletzten und Sterbenden", erzählt der Journalist. Er sei dabei gewesen, als ein junges Mädchen mit dem Namen Bee, das fast einen Tag lang unter Trümmern gefangen war, von Leuten gerettet worden sei, die keinerlei schweres Gerät zur Verfügung gehabt hätten, "Sie hatten nur ihre gottgegebene Kraft und ihre Entschlossenheit und ihren Mut." Er habe miterlebt, wie ein fünfjähriger Junge Namens Monley, der mehr als sieben Tage verschüttet war, gerettet werden konnte. "Wissen Sie, welche Stärke ein fünf Jahre alter Junge braucht, um unter Beton begraben mithilfe von Regenwasser zu überleben?"

Cooper beendete sein Plädoyer mit einer direkten Kritik an : Wenn Haitianer jemandem die Hand schüttelten, blickten sie ihm in die Augen, sagt der Moderator. "Sie zwinkern nicht. Sie haben ihr Haupt erhoben. Sie haben Würde. Eine Würde, von der viele in diesem Weißen Haus etwas lernen könnten. Eine Würde, von der auch der Präsident mit all seinem Geld und all seiner Macht etwas lernen könnte."