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10 Jahre Gefangenenlager Guantánamo Menschenrechtler werfen US-Regierung Versagen vor


Vor zehn Jahren wurden die ersten Gefangenen im Lager Guantánamo inhaftiert. Zum Jahrestag hat Amnesty International der US-Regierung erneut Versagen bei der Wahrung der Menschenrechte vorgeworfen.

Kritik an der US-Regierung am 10. Jahrestag der Öffnung des Gefangenenlagers Guantánamo: Es sei sehr enttäuschend, dass US-Präsident Barack Obama "nicht konsequent genug gehandelt" habe, um das Lager zu schließen", kritisierte die ehemalige Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International, Barbara Lochbihler.

Im Gegenteil werde mit einem neuen US-Gesetz indirekt geregelt, dass kein Staatsgeld ausgegeben werden dürfe, um die verbliebenen 171 Gefangenen auf US-Festland zu verlegen, sagte die Grünen-Politikerin der "Neuen Presse". "De facto bedeutet das, dass man Guantánamo auf ewig bestehen lässt."

Obama hat Wahlversprechen bis heute nicht gehalten

Am 11. Januar 2002 waren die ersten Terrorverdächtigen in das umstrittene Lager auf dem kubanischen US-Militärstützpunkt Guantánamo Bay gebracht worden. Obama hatte im Wahlkampf 2008 angekündigt, das Lager schließen zu wollen.

Kritik kam auch von der Linksfraktion im Bundestag: "Zehn Jahre Guantánamo sind zehn Jahre zu viel. Guantánamo steht für Willkür und entbehrt jeglicher rechtsstaatlicher Grundlage", erklärte deren menschenrechtspolitische Sprecherin Annette Groth. "In diesem Zusammenhang ist es skandalös, dass Obama Ende vergangenen Jahres ein weitreichendes Anti-Terrorgesetz unterschrieben hat, dem zufolge das US-Militär Terrorverdächtige unbegrenzt festhalten darf."

kave/DPA DPA

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