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Ägyptens Gefängnisse nicht mehr sicher Schwerverbrecher und Islamisten auf der Flucht


Gefährliche Nebenwirkung: Während der Massenproteste in Ägypten sind Tausende von Häftlingen aus ihren Gefängnissen geflohen - unter ihnen auch Schwerverbrecher und Islamisten.

Tausende Häftlinge in Ägypten haben die Massenproteste in ihrem Land genutzt, um gegen ihre Wärter aufzubegehren und aus den Gefängnissen zu fliehen. Unter den Flüchtigen befinden sich sowohl Schwerverbrecher und islamistische Extremisten.

Nach Informationen des lokalen Fernsehens gelang allein im Gefängnis Abu Saabel ungefähr 6000 Gefangenen die Flucht. Im Zentralgefängnis der Oasenstadt Fajum südlich von Kairo sollen die Häftlinge einen Polizeigeneral getötet und einen weiteren General verschleppt haben. Hundert Kilometer nördlich der ägyptischen Hauptstadt brachen Gefangene aus der Haftanstalt von Wadi Natrun aus. Zuvor hatten sie gegen die Gefängniswärter revoltiert und sich ihrer Waffen bemächtigt.

Ägypten, wo seit vergangenem Dienstag zehntausende Menschen gegen die Regierung demonstrieren, versinkt zunehmend im Chaos. Immer häufiger kommt es zu Plünderungen, die nicht nur materiellen Schaden anrichten, sondern auch das Anliegen der überwiegend friedlichen Protestler diskreditieren.

In vielen Vierteln Kairos haben die Bewohner inzwischen Bürgerwehren gegen die marodierenden Banden gegründet. Nur in einigen Straßen fahren Soldaten Patrouillen, die Polizei ist dagegen vollkommen aus dem Straßenbild verschwunden.

jwi/AFP/DPA DPA

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