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Ägypter wählen neuen Präsidenten: Warteschlangen vor den Wahllokalen

Ägypten wählt: Nach fast 30 Jahren Regentschaft von Husni Mubarak strömen die Menschen in die ägyptischen Wahllokale.

Unter den wachsamen Augen der Militärs hat in Ägypten die erste demokratische Präsidentenwahl in der Geschichte des Landes begonnen. Vor vielen der 13.000 Wahllokale bildeten sich am Mittwoch lange Warteschlangen.

Zu einem Boykott der Wahl hatten lediglich einige der sogenannten Revolutionsgruppen aufgerufen, die mit ihren Protestaktionen im vergangenen Jahr den Sturz von Präsident Husni Mubarak bewirkt hatten. Sie protestierten damit gegen den Obersten Militärrat, der nach dem Rücktritt von Mubarak im Februar 2011 die Macht übernommen und eine Übergangsregierung ernannt hatte.

Von der Mehrheit der rund 50 Millionen Wählern war die Präsidentenwahl jedoch mit Spannung erwartet worden. Denn die Frage, ob Ägypten demnächst von einem säkularen Polit-Profi oder einem Islamisten regiert wird, ist entscheidend für die politische und wirtschaftliche Zukunft des Landes.

Die Generäle haben versprochen, sich Ende Juni aus der Politik zurückzuziehen, wenn der Präsident vereidigt und eine neue Verfassung beschlossen ist. Die erste Runde der Präsidentenwahl dauert zwei Tage. Mit dem Ergebnis wird frühestens am Freitag gerechnet. Wenn keiner der zwölf Kandidat die absolute Mehrheit erhält, findet Mitte Juni eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten statt. Der Sieger soll am 21. Juni bekanntgegeben werden.

ono/DPA/AFP / DPA