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Abzug aus Afghanistan "Taliban ist es egal, welche Rolle du hattest": Helfer der Bundeswehr fürchten um ihr Leben

Sehen Sie im Video: Afghane erklärt, warum der Truppenabzug die Bundeswehr-Helfer in Lebensgefahr bringt.




In Afghanistan waren und sind Hunderte sogenannte Ortskräfte für die Bundeswehr tätig, als Übersetzer, Ratgeber in Bezug auf kulturelle Gepflogenheiten, oder um die Soldaten bei der Einschätzung von Sicherheitslagen zu beraten. Ihnen allen droht eine düstere Zukunft, wenn die internationalen Truppen im Lauf des Sommers abgezogen sein werden. Für Taliban und andere radikalislamischen Gruppen spielt es dabei keine Rolle, in welcher Funktion man für die NATO-Truppen tätig war, erklärt Herr Ali, der seinen wahren Namen aus Sicherheitsbedenken nicht nennen kann. "Es ist egal, was Ihre Rolle ist -, wenn Sie mit den Nato-Soldaten zusammen laufen, sind Sie in Gefahr. Und das ist eigentlich wurscht, was ihre Rolle ist." "Das muss man klar und deutlich sagen, dass in Afghanistan ist nicht sicher. Und es ist egal, wo Sie herkommen. Ob es Masar-i-Scharif ist, ob es Kabul ist, ob es Kandahar ist. In keinem Teil von Afghanistan haben Sie Sicherheit." Der 29-Jährige hat seit 2014 eine befristete Aufenthaltserlaubnis in Deutschland. Bürokratische Vorgaben, wer aus Afghanistan in Sicherheit gebracht werden kann, sind hoch. Bisher kommen nur Personen infrage, die innerhalb der vergangenen zwei Jahre für Deutschland tätig waren. Für Marcus Grotian, Bundeswehr-Offizier im Einsatzführungskommando in Potsdam, ist das zu wenig. "Den Ortskräften muss in einem schnellen Verfahren geholfen werden und sie in Sicherheit gebracht werden." "Die offiziellen Zahlen der Ministerien, zurzeit ist es irgendwas um die 500, für uns sind Ortskräfte da weiter gefasst. Wir zählen auch alle dazu, die in der Vergangenheit für uns gearbeitet haben oder vielleicht schon geflohen sind. Deshalb gehen wir davon mehr aus. Wir gehen da von circa 2000, 2500 aus." Alliierte gingen mit ihren Ortskräften anders um, so Grotian. Italien, die Niederlande und die USA hätten entschieden, die früheren Helfer ihrer Soldaten einfach zu evakuieren. Auch Großbritannien will dabei keine zeitliche Begrenzung der Beschäftigung festlegen. Experten erwarten, dass sich die Situation in Afghanistan nach dem Abzug der internationalen Truppen dramatisch verschlechtern wird.
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Wenn die internationalen Truppen im Lauf des Sommers abgezogen sein werden, müssen in Afghanistan auch Hunderte Ortskräfte der Bundeswehr um ihr Leben fürchten. Einer von ihnen erklärt, warum.

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