Afghanistan Bundeswehr auch im Süden aktiv


Die Bundeswehr soll auch im umkämpften Süden Afghanistans engagiert sein. Offenbar haben dort bereits zahlreiche Hubschrauber und Transall-Transporter Unterstützungsmissionen für die Alliierten geflogen.

Die Bundeswehr ist im Rahmen des NATO-Einsatzes in Afghanistan auch im umkämpften Süden des Landes aktiv. Das Verteidigungsministerium bestätigte am Wochenende in Berlin, dass die Deutschen den Partnern in der Afghanistanstabilisierungstruppe (ISAF) mit Transportflügen aushelfen. Deutsche Elitesoldaten sollen zudem seit Wochen schon im Osten des Landes, für den bislang allein die USA zuständig sind, an der Offensive gegen die radikalislamischen Taliban beteiligt sein.

Selbstmordanschlag in Kabul

In Kabul kostete am Samstag ein Selbstmordanschlag zwölf Menschen das Leben. Der Attentäter sprengte sich kurz vor 08.00 Uhr in einer belebten Gasse vor dem Ministerium in die Luft, als die Mitarbeiter der Behörde zur Arbeit kamen und umliegende Geschäfte schon geöffnet hatten. Mehr als 50 Menschen wurden nach Angaben der Behörden verletzt, viele von ihnen schwer. Unter den Toten waren mindestens zwei Frauen und ein Kind. Der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Tom Koenigs, verurteilte die Bluttat als grausamen Anschlag auf unschuldige Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit waren.

Das Verteidigungsministerium in Berlin bestätigte indes einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel", wonach deutsche Hubschrauber und Transall-Transportmaschinen Kranke und Verletzte geflogen haben. Die Unterstützung der ISAF-Partner außerhalb des Nordens, für den Deutschland die Verantwortung trägt, ist vom Bundestagsmandat gedeckt. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung will einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge mehr Licht in die streng geheimen Einsätze deutscher Elitesoldaten bringen. Die Zeitung zitierte den außenpolitischen Sprecher der CDU, Eckart von Klaeden, mit den Worten, der Verteidigungsminister habe zugesagt, «dass für den Fall eines KSK-Einsatzes in Afghanistan die Obleute des Auswärtigen Ausschusses unverzüglich unterrichtet werden». Für den Osten Afghanistans sind bislang allein die USA zuständig. In nächster Zeit soll aber auch dort die NATO das Kommando übernehmen. Ein genaues Datum steht noch nicht fest.

Wie am Sonntag in Kabul mitgeteilt wurde, steht danach nur noch ein einziger Stützpunkt mit rund 8.000 Soldaten allein unter US-Kommando. Die Soldaten bekämpfen dort Taliban und Angehörige der Terrororganisation Al Kaida. Die NATO hatte erst vor zwei Monaten das Kommando über den Süden übernommen und hat dort immer noch mit der zunehmenden Gewalt zu kämpfen. Angesichts der aber auch im Norden gefährlicher werdenden Lage ist die Bundeswehr dabei, Sicherheitsmängel in ihrem Lager in Masar-i-Scharif zu beseitigen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte zu einer von der "Bild am Sonntag" veröffentlichten Mängelliste des Bundeswehr-Führungsstabes, die Beanstandungen stammten von Anfang des Jahres. Verbesserungen seien bereits im Mai beschlossen worden und würden umgesetzt.

DPA/AP AP DPA

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