Afghanistan Überfall auf Entwicklungshelfer


Auf vier Helfer hat es in der ostafghanischen Provinz Chost einen Überfall gegeben. Drei Mitarbeitern gelang die Flucht. Ein vierter ist entführt worden.

Bei einem Überfall auf afghanische Helfer der GTZ ist am Sonntag in der ostafghanischen Provinz Chost ein einheimischer Mitarbeiter der staatlichen deutschen Hilfsorganisation entführt worden. Nach DPA-Informationen handelte es sich um einen "gezielten Angriff". Der Chef des vierköpfigen Ingenieur-Teams sei entführt worden, hieß es. Der Gouverneur von Chost, Arsala Dschamal, betonte, es handele sich bei den angegriffenen Helfern um Afghanen. Einer von ihnen sei verletzt worden. Ein weiterer Helfer werde vermisst. Dschamal ging von einer kriminellen Bande als Täter aus. Zunächst war von einem Angriff auf vier Deutsche die Rede gewesen.

Nach Angaben der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) arbeiteten die Ingenieure für ein Subunternehmen im Auftrag der deutschen Organisation. Dschamal sagte, die Helfer seien in der Technikerschule in Chost-Stadt überfallen worden. Das GTZ-Projekt hat zum Ziel, die in den 50er Jahren errichtete Schule wieder aufzubauen. Eine Gruppe Bewaffneter sei in die Schule eingedrungen und habe den Helfern Geld und Mobiltelefone abgenommen, sagte der Gouverneur. "Zu 85 Prozent handelt es sich um eine Straftat, zu 15 Prozent um einen politischen Fall."

Im März 2006 war ein deutscher Entwicklungshelfer der Deutschen Welthungerhilfe in Nordafghanistan ermordet worden. Die GTZ ist eine der größten Hilfsorganisationen in Afghanistan und wird in der Bevölkerung weithin geschätzt.


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