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Back to school Als erste First Lady: Jill Biden arbeitet wieder als Lehrerin

First Lady Dr. Jill Biden
First Lady Dr. Jill Biden
© Jim Watson / AFP
Sie ist zurück im Klassenzimmer: Die First Lady Jill Biden unterrichtet seit dieser Woche wieder Englisch am College. Damit nimmt sie auch für die Biden-Regierung eine wichtige Vorbildrolle ein.

Nach einem Jahr Fernunterricht ist die US-First Lady Jill Biden am Dienstag in die Klassenräume zurückgekehrt. Laut der "Washington Post" wird sie an zwei Tagen pro Woche am Northern Virginia Community College nahe Washington Kurse im Schreiben von Aufsätzen geben. Dort hatte sie bereits gearbeitet, als ihr Mann Joe Biden zwischen 2009 und 2017 unter Barack Obama Vizepräsident war. 

Jill Biden ist die erste First Lady, die neben ihren öffentlichen Aufgaben weiter eine eigene Karriere verfolgt. Mit ihrer Rückkehr ans College bekräftigt sie auch das Versprechen ihres Mannes, die amerikanischen Schülerinnen und Schüler sicher wieder ins Klassenzimmer zu bringen – auch wenn die Delta-Variante in den USA derzeit auf dem Vormarsch ist. 

"Eine Inspiration für Frauen überall"

Seit ihrem Einzug in das Weiße Haus hat Jill Biden ihre Rolle als First Lady genutzt, um sich für die Wiederöffnung der Schulen starkzumachen. Dabei hob sie besonders die Arbeit jener Schulbezirke hervor, die während der Pandemie geöffnet blieben und die Kinder mit einem Hybridmodell unterrichten. Auch das Northern Virginia Community College verfährt nach diesem Modell, wonach mindestens die Hälfte des Semesters in Präsenzunterricht stattfinden muss. Zudem sind alle Schüler verpflichtet, Masken zu tragen und Abstand zueinander zu halten.

Jill Biden selbst hält sich mit Äußerungen über ihr Berufsleben eher bedeckt. Auch vom Weißen Haus gab es keinen Kommentar zu ihrem ersten Tag zurück am College. "Ich kann bestätigen, dass Jill unterrichtet und ich denke, dass sie damit eine Inspiration für Frauen überall sein kann und eine Botschaft vermittelt, dass sie unabhängig davon, was ihr Ehepartner macht, ihre eigene Karriere haben können", schrieb Jimmie McClellan, Dekan der Geisteswissenschaften und Bidens Vorgesetzer am Northern Virginia Community College auf eine Anfrage der "New York Times". "Jeder Scheinwerfer sollte beleuchten, was sie außerhalb des Campus tut", schrieb er. "Hier sollte sie ihre Ruhe haben."

"Müssen zusammenkommen, um unsere Schulen offen zu halten"

Es ist nicht das erste Mal, dass die First Lady eine wichtige Vorbildrolle einnimmt. Als die zweite Coronawelle die Vereinigten Staaten im Frühjahr niederstreckte, reiste sie für die Regierung ihres Mannes quer durchs Land, um die Bürgerinnen und Bürger davon zu überzeugen, Masken zu tragen und sich impfen zu lassen. Besonders in konservativ geprägten US-Bundesstaaten wie Tennessee, Mississippi, Michigan und Alabama warnte Biden davor die Pandemie zu politisieren. "Wenn wir diesen Herbst in unsere Klassenzimmer zurückkehren, müssen wir alle zusammenkommen, um unsere Schulen sicher und offen zu halten", schrieb sie vergangene Woche in einem Essay für das Time Magazine. "Wir müssen uns daran erinnern, dass unser Feind das Virus ist, nicht der andere."

Joe Bidens Frau: Dr. Jill Biden

Doch der Zeitpunkt für die geplanten Schulöffnungen der Biden-Regierung könnte kaum schlechter sein. Die sich massiv ausbreitende Delta-Variante überschattet die gelöste Sommer-Stimmung mit täglich 140.000 Neuinfektionen und Krankenhäusern, die längst wieder am Limit arbeiten. Gleichzeitig macht die Impfkampagne trotz vieler Anreize nur noch sehr langsam Fortschritte. Bisher sind erst 53,4 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Hinzu kommt, dass Kinder unter 12 Jahren die Impfung noch nicht erhalten können.

US-Präsident Joe Biden hat versprochen, die Kinder im Herbst wieder in die Schule zu schicken – und viele sind bereits in die Klassenzimmer zurückgekehrt. Die Frage ist, wie lange das gut gehen wird.

Quellen: "Washington Post", "NY Times", mit AFP

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