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Amnesty International: Kriegsverbrechen zerfressen die Ukraine

In der Ukraine seien derzeit Kriegsverbrechen an der Tagesordnung, sagt Amnesty International. Zudem sei Russland aktiv beteiligt und es herrsche de facto ein "internationaler bewaffneter Konflikt".

Laut Amnesty International handelt es sich in der Ukraine längst nicht mehr um eine innere Krise

Laut Amnesty International handelt es sich in der Ukraine längst nicht mehr um eine innere Krise

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den Konfliktparteien im Osten der Ukraine Kriegsverbrechen vorgeworfen. "Alle Konfliktparteien haben sich gleichgültig gegenüber dem Leben von Zivilisten gezeigt und ihre internationalen Verpflichtungen in unverhohlener Form vernachlässigt", erklärte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty am Sonntag. Die Organisation legt den kriegführenden Parteien unter anderem Folter und Entführungen zur Last.

Amnesty lägen "glaubwürdige Informationen" über Entführungen und Prügel vor, für die Angehörige von Freiwilligenverbänden, die an der Seite der ukrainischen Armee kämpfen, verantwortlich seien. Der ukrainischen Luftwaffe werden "blinde" Bombardierungen vorgeworfen. Amnesty-Mitarbeiter vor Ort hätten zudem Informationen über Folter und Morde gesammelt, die von prorussischen Separatisten verübt worden seien.

Von der Regierung in Kiew forderte die Organisation eine Untersuchung der mutmaßlichen Verletzungen des internationalen Menschenrechts. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Andernfalls müssten die Ukrainer über mehrere Generationen mit den "Narben dieses Krieges" leben, erklärte Shetty.

Amnesty warf Russland Einmischung in den Konflikt vor. Dies legten unter anderem Satellitenfotos nahe. Es sei offensichtlich, dass Russland, den Konflikt befeuere sowohl durch "direkte Einflussnahme" als auch durch "Unterstützung, die sie den Separatisten im Osten der Ukraine gewährt". Russland müsse den dauerhaften "Zufluss von Waffen und anderen Hilfsmitteln" für die Rebellen stoppen. Alle Belege für eine russische Einflussnahme ließen "keinen Zweifel" daran, dass es sich um einen "internationalen bewaffneten Konflikt" handele.

ono/AFP / AFP