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Flüchtlingskrise: Amnesty International warnt vor "lebensgefährlichem Chaos" in Ungarn

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat auf die chaotischen Zustände in Ungarn hingewiesen. Das Land müsse bei der Erstaufnahme von Schutzsuchenden mehr unterstützt werden.

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Ungarn geht mit viel Härte gegen den Flüchtlingsstrom vor, die Grenzen werden von Soldaten bewacht

Nach der Wiedereinführung von Grenzkontrollen warnt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International vor fatalen Folgen. "Flüchtlinge in Ungarn drohen im lebensgefährlichen Chaos zu versinken", hieß es am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung der deutschen und der österreichischen Sektion von Amnesty. Es sei das Gebot der Stunde, ein gemeinsames Hilfsangebot an Ungarn zu richten und das Land bei der Erstaufnahme von Schutzsuchenden zu unterstützen.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und ihr österreichischer Amtskollege Werner Faymann dürften ihre "Menschenrechte zuerst"-Haltung nicht durch überfallartige Grenzschließungen oder Bahnsperren infrage stellen, forderten beide Organisationen.

"Gleichzeitig muss durch eine geordnete und zügige Weiterfahrt die humanitäre Notsituation in Ungarn entschärft und eine menschenrechtskonforme Aufnahme von Flüchtlingen in anderen EU-Ländern ermöglicht werden." Die EU-Mitgliedsstaaten müssten mit Nachdruck auf Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán einwirken, um in der Flüchtlingsfrage gemeinsam und menschenrechtskonform vorzugehen. 

fin / DPA