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+++ Newsticker Flüchtlingskrise +++: Niederlande bereiten Ankunft tausender Flüchtlinge vor

Auf dem Balkan spitzt sich die Krise zu, seitdem Ungarn die Grenzen geschlossen hat. Die Niederlande rechnen dennoch mit einer großen Zahl Flüchtlinge. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Ungarn hat seine Grenze zu Serbien hermetisch abgeriegelt

Die ungarische Regierung hat die Grenze zu Serbien lückenlos abriegeln lassen. Flüchtlinge nehmen vermehrt den Weg über Kroatien.

Um der Flüchtlingskrise Herr zu werden, wollen Bund und Länder die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen in Deutschland neu organisieren. Bei einem Spitzentreffen im Kanzleramt einigten sich beide Seiten am Dienstagabend nach rund vierstündigen Beratungen auf die Einrichtung von Verteilzentren in Deutschland. Der Bund will die Länder zudem bei der Unterbringung von Asylsuchenden entlasten.

Österreich tut es Deutschland gleich und führt Grenzkontrollen ein. Wegen eines ungarischen Bollwerks stecken etliche Flüchtlinge auf der Balkanroute fest. Österreich weist aber keine Flüchtlinge ab. Viele Migranten in Serbien versuchen nun den Weg über Kroatien.

Die Ereignisse des Tages im stern-Newsticker.

+++ 23.51 Uhr: Gute Nacht! +++

Liebe Leserinnen und Leser,

der heutige Tag war überschattet von der Gewalt an der serbisch-ungarischen Grenze. Welchen Weg die Flüchtlinge nun nach Europa finden und wie sich die Situation in Röszko entwickelt, erfahren Sie auch Morgen wieder bei uns.

Ihre stern-Redaktion

+++ 23.21 Uhr: Rund 1200 Flüchtlinge erreichen Kroatien +++

Am Mittwoch seien insgesamt 1191 Flüchtlinge aus Serbien über die Grenze gekommen, teilt das kroatische Innenministerium mit.

+++ 23.04 Uhr: Niederlande bereiten sich auf Flüchtlinge vor +++

Die Niederlande bereiten sich auf die Aufnahme tausender Flüchtlinge vor. Als erster größerer Schritt soll bei Nimwegen an der Grenze zu Deutschland ein Lager für 3000 Menschen eingerichtet werden, die dort während der Prüfung ihrer Asylanträge bleiben sollen, wie die Behörden bekannt geben. Die Flüchtlinge sollten dort in "Pavillons" untergebracht werden, sagt ein Sprecher.

+++ 21.46 Uhr: EU könnte auf feste Quoten verzichten +++

Die EU könnte nach Angaben aus Kommissionskreisen ihre Pläne für verpflichtende Quoten bei der Verteilung von Flüchtlingen fallen lassen. Damit wolle sie den osteuropäischen Staaten entgegen gekommen, die sich gegen die Aufnahme von Asylsuchenden sperren, verlautet aus dem Umfeld der EU-Kommission. Die verbindliche Quote sei keine Option mehr, sagt ein Kommissionsvertreter. Stattdessen werde ein Verteilmechanismus angestrebt, der auf Freiwilligkeit beruhe. "Unser Ziel ist es, die Einheit Europas zu erhalten", sagt der für Migration zuständige EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos.

+++ 21.18 Uhr: Vucic erhebt schwere Vorwürfe gegen Ungarn +++

Serbiens Ministerpräisent Vucic wirft dem Nachbarland Ungarn "brutales" und "nicht-europäisches" Vorgehen gegen die Flüchtlinge an der gemeinsamen Grenze vor. Er forderte die Europäische Union (EU) auf, darauf zu reagieren. "Sollte die EU keine Antwort geben, werden wir einen Weg finden, unsere Grenzen und auch die europäischen Werte zu beschützen", droht Vucic.

+++ 21.07 Uhr: Ungarn nimmt 29 Flüchtlinge fest +++

Die ungarische Polizei hat bei den Tumulten an der Grenze zu Serbien 29 Flüchtlinge festgenommen. Darunter sei auch ein "Terrorist" gewesen, sagt der Sicherheitschef von Ministerpräsident Orban.

+++ 20.48 Uhr: Lage in Röszko beruhigt +++

Nach stundenlangen Tumulten an der abgeriegelten serbisch-ungarischen Grenze zwischen Flüchtlingen und ungarischen Polizisten beruhigt sich die Lage wieder. Die Flüchtlinge, die ungarische Polizisten mit Steinen und Stöcken beworfen hatten, werden mit Bussen in die grenznahe serbische Stadt Kanjiza gebracht.

+++ 20.28 Uhr: Wirtschaftsflügel der Union warnt vor Integrationsproblemen +++

Der Wirtschaftsflügel der Union warnt vor Problemen bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. "Es ist verständlich, wenn die Bundeskanzlerin in diesen Tagen Optimismus verbreitet", schreibt der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union, Carsten Linnemann (CDU), in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt". "Dabei ist aber wichtig, dass wir realistisch bleiben und Schwierigkeiten nicht schönreden." Die unbequeme Wahrheit laute, dass es schwierig werde, Flüchtlinge in Jobs zu bringen.

"Die Mehrheit der Flüchtlinge, die zu uns kommen, hat kurz- bis mittelfristig keine Chance, auf unserem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen", so Linnemann. Der CDU-Wirtschaftsexperte glaubt, dass nur ein kleiner Prozentsatz sich relativ zügig integrieren lasse und dabei auch die eine oder andere Fachkraftstelle ausfüllen könne. Die "überragende Mehrheit wird sehr lange bis dauerhaft auf die Hilfe des Staates angewiesen sein", schreibt Linnemann.

"Das Fachkräfteproblem lässt sich nicht über das Asylrecht lösen", ergänzt er. Es sei nötig, diese Probleme offen anzusprechen, um sie lösen zu können. "Nur dann können wir es auch wirklich schaffen."

+++ 20.14 Uhr: Serbien protestiert gegen ungarischen Polizeieinsatz +++

Serbien protestiert gegen das Vorgehen der ungarischen Behörden gegen Flüchtlinge am serbisch-ungarischen Grenzübergang Röszke. Die serbische Regierung verurteile den Einsatz von Tränengas auf ihrem Territorium durch die ungarische Polizei, erklärt ein Regierungssprecher. Innenminister Nebojsa Stefanovic kündigt die Entsendung zusätzlicher serbischer Polizisten an den Grenzübergang an, um weitere Zusammenstöße zwischen Flüchtlingen und der ungarischen Polizei zu vermeiden.

+++ 19.59 Uhr: SAP arbeitet an App zur Flüchtlingsregistrierung +++

Europas größter Softwarekonzern SAP tüftelt derzeit an einer Smartphone-App zur Registrierung von Flüchtlingen. Die Software solle den Migranten und Behörden in Deutschland kostenlos zur Verfügung gestellt werden, sagt ein Unternehmenssprecher. Derzeit führe der Konzern mit den Behörden Gespräche, ob diese die App gebrauchen könnten. Bislang gebe es noch keine Bestellungen. Die Flüchtlinge könnten mit der App bereits auf ihrem Weg nach Deutschland ihre persönlichen Daten eingeben, Informationen zu Verwandten in Deutschland bereitstellen sowie Bildung und Arbeitserfahrungen eintragen. Die Behörden könnten auf die Daten zugreifen und somit sich damit einen Überblick über den Flüchtlingsstrom verschaffen.

Fast alle Flüchtlinge besitzen ein Handy oder Smartphone. Damit kommunizieren die Menschen mit ihren Familien. Das ist viel günstiger als ein Auslandsgespräch mit dem Festnetztelefon.

+++ 19.42 Uhr: Orban kritisiert EU-Quotensystem +++

Sollte die EU ein Quoten-System zur Umverteilung von Flüchtlingen per qualifizierter Mehrheit beschließen, müsste Ungarn dies nach den Worten von Ministerpräsident Viktor Orban akzeptieren, da es dann ein Gesetz wäre. Allerdings wäre ein solches Vorgehen "unklug, unfair", sagt Orban in einem vorab veröffentlichten "Welt"-Interview.

+++ 18.51 Uhr: Serbische Polizei soll Angriffe auf ungarische Kollegen stoppen +++

Serbien verstärkt seine Sicherheitskräfte an der Grenze zu Ungarn. Auf diese Weise sollten weitere Angriffe auf die ungarische Polizei gestoppt werden, erklärt das serbische Innenministerium.

+++ 18.48 Uhr: USA kündigen weitere Maßnahmen an +++

US-Außenminister Kerry kündigt für die kommenden Tage weitere Maßnahmen in der Flüchtlingskrise an. Die USA haben sich bislang bereit erklärt, im kommenden Jahr mindestens 10.000 syrische Flüchtlinge aufzunehmen.

+++ 18.38 Uhr: EU-Innenkommissar kritisiert Ungarn scharf +++

"Grenzschutz mit Gewalt ist nicht vereinbar mit europäischen Werten
und Prinzipien", sagt EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos im EU-Parlament.

+++ 18.36 Uhr: Ungarn will Zaun auch an Grenze zu Kroatien +++

Ungarn kündigt einen Zaun auch an bestimmten Stellen der Grenze zu Kroatien an. Dies sagt Ministerpräsident Viktor Orban in einem Interview der Zeitung "Die Presse".

+++ 18.36 Uhr: Slowenien will Flüchtlinge aufnehmen, aber nicht durchlassen +++

Slowenien will für Flüchtlinge auf dem Weg nach Westeuropa keinen "sicheren Korridor" öffnen. Allerdings würden Asylanträge angenommen und Flüchtlinge aufgenommen, erklären die Behörden.

+++ 18.26 Uhr: Ban Ki Moon entsetzt über Behandlung der Flüchtlinge +++

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigt sich schockiert über die Entwicklungen an der ungarisch-serbischen Grenze. Es sei nicht hinnehmbar, wie die Flüchtlinge behandelt würden, sagt er.

+++ 18.24 Uhr: Militärjeeps rücken vor +++

An der Grenze zu Serbien fahren ungarische Militärjeeps vor. Auf ihnen sind Reuters-Augenzeugen zufolge Waffen installiert.

+++ 18.22 Uhr: Flüchtlinge überwinden Grenze zu Ungarn +++

Am serbisch-ungarischen Grenzübergang Röszke drängen dutzende Flüchtlinge die ungarische Polizei zurück und dringen auf ungarisches Gebiet vor. Die Polizisten ziehen sich um mehrere dutzend Meter zurück und setzen Tränengasgranaten ein, wie AFP-Reporter berichten.

+++ 18.06 Uhr: Zahlreiche Verletzte nach Zusammenstößen in Röszke +++

Bei den Zusammenstößen an der serbisch-ungarischen Grenze sind zahlreiche Menschen verletzt worden. Die ungarischen Behörden zählen 20 verletzte Polizisten. Zwei Kinder seien verletzt worden, nachdem sie über die Grenzabsperrung geworfen worden seien.

+++ 17.57 Uhr: Rumänien bestellt ungarischen Botschafter wegen Grenzzauns ein +++

Rumänien hat den ungarischen Botschafter einbestellt. Grund seien die Pläne der Regierung in Budapest, zur Eindämmung des Flüchtlingsstroms einen Grenzzaun zwischen Rumänien und Ungarn zu bauen, teilt das Außenministeriums Rumäniens mit.

+++ 17.49 Uhr: Paris droht in Flüchtlingskrise ebenfalls mit Grenzkontrollen +++

In der Flüchtlingskrise hat auch Frankreich eine vorübergehende Wiedereinführung von Grenzkontrollen angedroht. An der Grenze zu Italien habe Frankreich bereits im Frühjahr zwischenzeitliche Kontrollen eingeführt, sagte Premierminister Manuel Valls am Mittwoch in der französischen Nationalversammlung in Paris. "Wir werden nicht zögern es wieder zu tun, wie die Schengen-Regeln es erlauben - jedes Mal, wenn die Umstände es erfordern." Dies könne bereits "in den kommenden Tagen oder Wochen" geschehen, sagte der Sozialist bei einer Parlamentsdebatte zur Flüchtlingskrise. Zugleich kündigte Valls hunderte Millionen Euro für die Aufnahme von Flüchtlingen in Frankreich an. Bis Ende 2016 sollten zusätzliche 279 Millionen Euro bereitgestellt werden, unter anderem für Flüchtlingsunterkünfte, Hilfen für die Gemeinden und eine Stärkung der zuständigen Behörden.

+++ 17.37 Uhr: Google startet Hilfsaktion für Flüchtlinge im Internet +++

Der US-Internetkonzern Google hat eine Online-Spendenaktion für Flüchtlinge gestartet. Das Unternehmen kündigte an, jede Spende der Nutzer bis zu einem Gesamtbetrag von fünf Millionen Euro zu verdoppeln. Unabhängig davon habe das Unternehmen bereits selbst eine Million Euro an Organisationen gespendet, "die an vorderster Front humanitäre Hilfe leisten". Mit dem Geld, das über die Spendenaktion eingenommen wird, sollen vier Organisationen unterstützt werden, die "für dringend benötigte Unterstützung" sorgen, heißt es auf der Internetseite der Aktion. Demnach sollen die Organisationen Ärzte ohne Grenzen, Save the Children, das International Rescue Committee und der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen unterstützt werden.

+++ 17.20 Uhr: Estland für mehr EU-Finanzhilfen für syrische Nachbarländer +++

Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise hat sich der estnische Regierungschef Taavi Rõivas für eine stärkere finanzielle Unterstützung der Nachbarstaaten Syriens durch die EU ausgesprochen. Die Hilfen sollten auf eine Verbesserung der Lebens- und Bildungsbedingungen von Flüchtlingen etwa im Libanon, in Jordanien und der Türkei ausgerichtet werden, schrieb Rõivas in einem Brief an EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

+++ 17.14 Uhr: 700 Flüchtlinge haben deutsche Grenze überquert +++

Rund 700 Flüchtlinge haben nach Polizeiangaben von Salzburg aus die österreichisch-deutsche Grenze überquert. Weitere 700 Menschen sind kurz vor der Grenze in Freilassing. "Die Situation ist sehr angespannt", sagt ein Sprecher der Polizei Rosenheim. Die Flüchtlinge würden über verschiedene Wege die Grenze bei Freilassing überqueren.

+++ 17.10 Uhr: Ungarn will Grenzübergang in Röszke für 30 Tage schließen +++

Serbien ist nach Regierungsangaben von Ungarn informiert worden, dass der Grenzübergang Röszke-Horgos für die nächsten 30 Tage geschlossen bleiben soll. Röszke-Horgos ist einer der wichtigsten Grenzübergänge zwischen Serbien und dem EU-Mitglied Ungarn. An dem Übergang kam es zu Zusammenstößen zwischen Flüchtlingen und der ungarischen Polizei.

+++16.51 Uhr: Slowenien führt Kontrollen an Grenze zu Ungarn ein +++

Auch Slowenien will Kontrollen an seiner Grenze zu Ungarn einführen. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf Ministerpräsident Miro Cerar.

+++ 16.33 Uhr: Bundesregierung will keinen Einsatz der Bundeswehr in Syrien +++

Die Bundesregierung hat Forderungen nach einem militärischen Engagement Deutschlands in Syrien zurückgewiesen. Ein solcher Einsatz sei nicht denkbar, stellte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter am Mittwoch in Berlin klar. "Ich warne vor diesen sehr einfachen Lösungen", sagte auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Ein Großteil der mindestens 800.000 in diesem Jahr in Deutschland erwarteten Flüchtlinge sind Syrer. Angesichts der dramatischen Zahlen forderten Politiker von CDU und SPD, dass auch die Bundeswehr zu einer Stabilisierung des Landes beitragen müsse.

+++ 16.26 Uhr: Slowakischer Premier hält EU wegen Flüchtlingen nicht mehr für sicher +++

Mit drastischen Worten hat sich der slowakische Ministerpräsident Robert Fico zur Flüchtlingskrise geäußert. Die EU sei angesichts des "Ansturms hunderttausender Migranten kein sicherer Ort mehr", sagte Fico bei einer Parlamentsdebatte. Der Regierungschef warnte vor "Terroristen", die sich unter die Flüchtlinge mischen könnten und beklagte, dass "tausende Menschen über die Grenzen flüchten und niemand sie aufhält". "Dies gefährdet das Gewicht der EU in der Welt", sagte Fico weiter. "Wenn wir die Flüchtlingswelle nicht aufhalten, riskieren wir, dass die traditionellen proeuropäischen Parteien von nationalistischen, fremdenfeindlichen und antieuropäischen Parteien abgelöst werden", warnte er.

+++ 16.19 Uhr: Merkel pocht auf EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise +++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) pocht ungeachtet kritischer Stimmen auf die Einberufung eines EU-Sondergipfels zur Flüchtlingskrise in der kommenden Woche. Das am Dienstag geplante Treffen der EU-Innenminister sei kein Ersatz für das Treffen der Staats- und Regierungschefs, machte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter am Mittwoch in Berlin deutlich. EU-Ratspräsident Donald Tusk will an diesem Donnerstag seine Entscheidung über die Einberufung eines Sondergipfels bekanntgeben.

+++ 16.16 Uhr: Österreich stellt sich auf Flüchtlinge aus Slowenien ein +++

Österreich stellt sich auf eine Verlagerung der Flüchtlingsrouten in die Alpenrepublik von Ungarn in Richtung Slowenien ein. Die Polizei solle im Laufe des Tages mit Kontrollen an der südlichen Grenze zu Slowenien beginnen, teilte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP)  mit. Die Kontrollen an der ungarischen Grenze sollten zunächst jedoch aufrechterhalten werden. Von dort kommen inzwischen kaum noch Flüchtlinge an.

+++ 16.05 Uhr: Tränengas gegen Flüchtlinge an ungarisch-serbischer Grenze +++

Ungarns Polizei hat an der serbischen Grenze bei Röszke Tränengas gegen aufgebrachte Flüchtlinge eingesetzt. Zuvor hätten am Mittwoch mehrere Hundert Menschen Polizisten mit Gegenständen beworfen und das Grenztor eingedrückt, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI. Die Polizei habe ihr Aufgebot verstärkt und Wasserwerfer in Stellung gebracht, hier es. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge am alten Grenzübergang auf einer Landstraße. Die Polizei ergreife "angemessene Maßnahmen, um die ungarische Staatsgrenze und die äußere Grenze der Europäischen Union zu schützen".

+++ 15.56 Uhr: Klinik schlägt Alarm wegen Pilzvergiftungen von Flüchtlingen +++

Mehrere Flüchtlinge aus Syrien haben sich in Niedersachsen an Knollenblätterpilzen vergiftet. In ihrem Heimatland scheine es einen essbaren Pilz zu geben, der ihm zum Verwechseln ähnlich sehe, vermuten die Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). In der Nacht zum Mittwoch erfuhr die MHH von 17 neuen Fällen. Insgesamt waren es in den vergangenen Tagen 30 Patienten mit einer Pilzvergiftung, wie die MHH mitteilte. Die meisten von ihnen seien Flüchtlinge aus Syrien. Die Klinik hat jetzt ein Plakat entworfen und in verschiedene Sprachen übersetzt, um Asylsuchende vor den Gefahren einer Pilzvergiftung zu warnen. Das Plakat soll an Flüchtlingsunterkünfte verteilt und dort ausgehängt werden. 

+++ 15.55 Uhr: Europaparlament stimmt Donnerstag über Verteilung von Flüchtlingen ab +++

Das Europaparlament wird an diesem Donnerstag im Dringlichkeitsverfahren über die Umsiedlung von 120 000 Asylsuchenden in andere EU-Staaten abstimmen. Die Abgeordneten nahmen in Brüssel einen entsprechenden Vorschlag von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz an. Die Volksvertretung muss in dieser Frage der geplanten Notfallmaßnahmen angehört werden, die Letztentscheidung haben aber die EU-Staaten. Die EU-Innenminister wollen am kommenden Dienstag (22. September) erneut darüber beraten. Sie hatten sich am Montag bei einem Sondertreffen grundsätzlich auf die Umverteilung von 120.000 Flüchtlingen verständigt, es gibt aber noch keine Einigkeit, wie die Menschen auf die einzelnen EU-Staaten verteilt werden sollen. 

+++ 15.52 Uhr: Bis zu 30.000 Menschen gehören Schleuserbanden an +++

Bis zu 30.000 Menschen könnten den Schleuserbanden angehören, die Flüchtlinge für Geld nach Europa bringen. Davon geht Europol-Chef Rob Wainwright aus.

+++ 15.42 Uhr: Slowakei lehnt Flüchtlingsquote kategorisch ab +++

Die Slowakei wird sich laut Ministerpräsident Robert Fico einer Quote zur Aufnahme von Flüchtlingen auch dann nicht beugen, wenn diese mehrheitlich von den EU-Mitgliedern beschlossen wird. "Niemand kann uns vorschreiben, was wir zu tun haben", sagt Fico vor dem slowakischen Parlament.

+++ 15.37 Uhr: Erstmals "Grenzzaunverbrecher" in Ungarn verurteilt +++

Ein Strafgericht im ungarischen Szeged hat zum ersten Mal einen Flüchtling verurteilt, weil er die Sperranlage an der Grenze zu Serbien überwunden hatte. Das Urteil lautete auf Landesverweis für ein Jahr mit sofortiger Wirkung. Der Iraker aus Bagdad gab in der 80-minütigen Verhandlung am Mittwoch an, nicht gewusst zu haben, dass das Übersteigen des Zauns ein Verbrechen sei, berichtete die Internet-Zeitung "index.hu".

+++ 15.30 Uhr: Rechte Proteste belasten inländischen Tourismus +++

Die fremdenfeindlichen Proteste gegen Flüchtlinge in Teilen Deutschlands belasten nach Expertenaussagen den inländischen Tourismus, so in Sachsen. Innerhalb der Bundesrepublik gebe es durchaus Auswirkungen, sagte der Leiter der Marktforschung in der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen, Matthias Gilbrich, in Essen beim bundesweiten fvw-Tourismuskongress. So verzeichne Dresden einen Rückgang bei den Übernachtungen für das erste Halbjahr. Absagen kämen etwa von Schulklassen oder Jugendgruppen mit vielen ausländischen Kindern, deren Betreuer sich Sorgen um die Sicherheit machten. 

+++ 15.20 Uhr: Berlin gibt mehr Geld für Konsolidierung von Krisenstaaten +++

Die Bundesregierung will mehr Geld für die innere Stabilisierung von Krisenstaaten zu Verfügung stellen. Dafür sollten 100 Millionen Euro zusätzlich aus den Bundeshaushalt 2016 freigegeben werden, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts  in Berlin. Es gehe darum, im Rahmen einer "Ertüchtigungsinitiative" vor allem den Herkunfts- und Transitstaaten von Flüchtlingen zu einer besseren Konfliktprävention und -bewältigung zu verhelfen.

+++ 15.16 Uhr: Bundeskabinett beschließt bewaffneten Einsatz gegen Schlepper +++

Die Bundeswehr soll sich nach dem Willen der Bundesregierung mit bewaffneten Streitkräften an dem EU-Einsatz gegen Schlepper im Mittelmeer beteiligen. Die Ministerrunde billigte in Berlin eine entsprechende Vorlage, welche die Entsendung von bis zu 950 deutschen Soldaten vorsieht. Der Bundestag muss der Beteiligung noch zustimmen. Die Linkspartei kritisierte das Vorhaben.

+++ 15.02 Uhr: Merkel telefoniert wegen Flüchtlingskrise mit Erdogan +++ 

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor dem Hintergrund des andauernden Flüchtlingsandrangs mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan telefoniert. Es sei vereinbart worden, die Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Krise zu intensivieren, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert  in Berlin mit. Besondere Bedeutung habe dabei die Bekämpfung der Schleuserkriminalität. Merkel würdigte laut Seibert "die enormen türkischen Leistungen zur Unterbringung und Versorgung der inzwischen knapp zwei Millionen syrischen Flüchtlinge" in dem Land.

+++ 14.55 Uhr: Kroatien will mit Slowenien Korridor einrichten +++

Kroatien will sich mit dem Nachbarland Slowenien über die Einrichtung eines Korridors für Flüchtlinge verständigen. "Ich habe mit der slowenischen Innenministerin (Vesna Györkös Znidar) gesprochen, und wenn es notwendig ist, werden wir einen Korridor organisieren", schreibt der kroatische Innenminister Ranko Ostojic auf dem Twitter-Account seiner Regierung. Slowenien liegt zwischen Kroatien und Österreich und gehört bereits zur Schengen-Zone. Das EU-Land Kroatien ist noch kein Schengen-Land. 

+++ 14.34 Uhr: Merkel telefoniert mit türkischem Präsidenten +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel telefoniert mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Das teilt ein Regierungssprecher mit. In der Türkei leben rund zwei Millionen syrische Flüchtlinge.

+++ 14.20 Uhr: Flüchtlinge wenden sich von Ungarn ab +++

Vor der "Transitzone" in Röszke versammeln sich nur noch wenige hundert Flüchtlinge. Es beginnt das große Aufräumen, wie ein dpa-Reporter vor Ort beobachtet. Arbeiter sammeln den Müll ein, den Zehntausende Menschen in den vergangenen Wochen am Straßenrand hinterlassen haben. Sperrgitter werden abgebaut und eines der Aufnahmelager in dem Grenzort wird umgebaut. Zum Ziel dieses Umbaus will sich niemand äußern.

Viele Flüchtlinge brechen nach Kroatien auf, um von dort nach Westeuropa zu gelangen. 500 Menschen seien über die Grenze bei Tovarnik gekommen, berichtet der kroatische Fernsehensender RTL. 

+++ 14.08 Uhr: Schulz: EU-Parlament wird Flüchtlingsverteilung billigen +++

Das Europaparlament will die Verteilung von weiteren 120.000 Flüchtlingen in der EU im Eilverfahren am Donnerstag billigen. Das sagt Parlamentspräsident Martin Schulz in Brüssel. "Entgegen vieler Unkenrufe zeigen die europäischen Institutionen, dass sie handlungsfähig sind (...)", sagt der SPD-Politiker. Die Volksvertretung muss bei denNotfallmaßnahmen angehört werden.

+++ 13.48 Uhr: Innenministerium: Flüchtlingszahlen deutlich zurückgegangen +++

Die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge ist seit Einführung der Grenzkontrollen nach Angaben des Innenministeriums "deutlich zurückgegangen". Genaue Zahlen habe er nicht, sagt ein Sprecher des Ministeriums. Seit Einführung der Kontrollen seien aber immer noch pro Tag Schutzsuchende "im vierstelligen Bereich" eingereist.

+++ 13.37 Uhr: Flüchtlingsstrom über Freilassing hält an +++

Am deutsch-österreichischen Grenzübergang in Freilassing nehmen Beamte der Bundespolizei in kleinen Gruppen ankommende Flüchtlinge in Empfang, wie ein Reuters-Fotograf berichtet. In Polizeiwagen werden die Menschen dann davongefahren.

+++ 13.29 Uhr: Assad: Westen ist schuld an Flüchtlingskrise +++

Syriens Präsident Baschar al-Assad gibt dem Westen die Schuld an der Flüchtlingskrise. Solange der Westen weiterhin aufständische Gruppen in Syrien unterstütze, werde es weitere Flüchtlinge geben, sagt er in einem Interview mit russischen Medien.

+++ 12.25 Uhr: Bilanz am Dienstag: 6000 neue Flüchtlinge +++

Rund 6000 neue Asylsuchende sind nach Angaben der Bundespolizei am Dienstag in Bayern gezählt worden. Ein großer Teil sei über Salzburg eingereist, weitere über Passau und andere Grenzabschnitte, so ein Sprecher. Auch für diesen Mittwoch erwartet die Polizei wieder eine vierstellige Zahl an neuen Flüchtlingen.

+++ 12.01 Uhr: Hunderte Syrer stecken an türkisch-griechischer Grenze fest +++

An der türkisch-griechischen Grenze hindert die Polizei Hunderte syrischer Kriegsflüchtlinge am Grenzübertritt nach Griechenland. Die Menschen verbrachten die Nacht im Freien. 

+++ 11.58 Uhr: Zentralratschef ermuntert Muslime zu mehr Hilfe +++

Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, ermuntert die muslimische Gemeinschaft zum stärkeren Engagement für die Flüchtlinge. "Wir sind da noch nicht richtig vorbereitet", sagt Mazyek dem Radiosender WDR5. Muslime hätten in Deutschland keine Hilfsstrukturen, die etwa den großen christlichen Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie vergleichbar wären. Dennoch könnten sie mehr für Flüchtlinge tun.

+++11.54 Uhr: Kroatische Polizei greift die ersten 150 Flüchtlinge auf +++

Die ersten 150 Flüchtlinge kommen an der kroatischen Ostgrenze an. Das bestätigt Regierungschef Zoran Milanovic im Parlament in Zagreb. Sie seien von der Polizei aufgegriffen und in die Grenzgemeinde Tovarnik gebracht worden, berichten die Behörden nach übereinstimmenden Medienberichten. Im Laufe des Tages würden rund 500 Menschen im EU-Land erwartet. Unklar bleibt, ob die Flüchtlinge von der Polizei registriert werden sollen.

+++ 11.41 Uhr: Kroatien schickt Minenräumer an serbische Grenze +++

Kroatien schickt Minenräumer an die Grenze zu Serbien. Dort liegen noch zahlreiche scharfe Minen aus der Zeit des jugoslawischen Bürgerkriegs.

+++ 11.31 Uhr: Hamburg schafft Unterkünfte für 11.500 Flüchtlinge +++

Hamburg will bis zum Jahresende knapp 11.500 Plätze für Flüchtlinge schaffen. Das kündigt Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) in der Wochenzeitung "Die Zeit" an. Bislang sei von etwa 6000 Plätzen die Rede gewesen. Die Stadt wolle mehrere Lagerhallen kaufen oder mieten. Hallen seien besser als Zelte. "Sie sind jedenfalls trocken und warm und bieten Schutz vor Erfrieren."

+++ 11.21 Uhr: Heidelberg soll Drehkreuz für Flüchtlinge werden +++

Eine ehemalige US-Wohnsiedlung in Heidelberg soll einem Medienbericht zufolge zu einem Drehkreuz für die Erstaufnahme von Flüchtlingen in Baden-Württemberg werden. Das Land plane, in der bereits als Erstaufnahmeeinrichtung genutzten Siedlung Patrick-Henry-Village innerhalb von zehn Tagen alle Verfahrensschritte zu erledigen, die in Landeskompetenz fielen, berichten die "Stuttgarter Nachrichten". Dazu zählten die erkennungsdienstliche Erfassung und der Gesundheitscheck. Das Patrick-Henry-Village ist eine ehemalige Wohnsiedlung für US-Streitkräfte.

+++ 11.19 Uhr: Zugverkehr von Salzburg nach Deutschland erneut gestoppt +++

Der Zugverkehr von Salzburg nach Deutschland ist erneut gestoppt. Das teilt die Österreichische Bundesbahn unter Berufung auf eine Anweisung deutscher Behörden mit.

+++ 11.17 Uhr: Kroatische Präsidentin beruft nationalen Sicherheitsrat ein +++

Die kroatische Regierung in Zagreb beruft den nationalen Sicherheitsrat ein. Angesichts der "von Tag zu Tag immer komplexer werdenden  Flüchtlingskrise" warnt Präsidentin Kolinda Grabar Kitarovic vor "möglichen sozialen, wirtschaftlichen und sicherheitsrelevanten Auswirkungen". Daher sei "so bald wie möglich" eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrates erforderlich. Als Termin nennt die Staatschefin Freitag oder Dienstag kommender Woche.

+++ 11.12 Uhr: 950 Bundeswehr-Soldaten sollen Schleuser im Mittelmeer jagen +++

Das Bundeskabinett beschließt die Ausweitung des Bundeswehreinsatzes gegen Schleuser im Mittelmeer. Bis zu 950 Soldaten sollen künftig Schiffe von Menschenschmugglerbanden stoppen und zerstören dürfen. Bisher ist die EU-Militäroperation auf das Sammeln von Informationen und die Rettung von schiffbrüchigen Flüchtlingen begrenzt. Die Bundeswehr hat seit Anfang Mai bereits mehr als 7200 Menschen nach Italien gebracht.

+++ 11.06 Uhr: Kroatischer Premier: Flüchtlinge dürfen durchreisen +++

Aus Serbien einreisende Flüchtlinge dürfen Kroatien auf ihrem Weg nach Westeuropa passieren. Dies teilt der kroatische Regierungschef Zoran Milanovic in Zagreb mit. "Sie können durchreisen, und wir bereiten uns auf diese Möglichkeit vor", sagt der Sozialdemokrat im Parlament. Der Weg von Serbien über Kroatien gilt als Ausweichroute für Flüchtlinge, die nach Österreich und Deutschland wollen, nachdem Ungarn seine Grenzen geschlossen hat.

+++ 10.38 Uhr: Schleuser weichen auf kleine Grenzübergänge zu Deutschland aus +++

Immer mehr Flüchtlinge werden abseits der Großkontrollpunkte an der deutsch-österreichischen Grenze aufgegriffen. Viele Schleuser ließen aus Furcht vor Entdeckung und Festnahme die Menschen vermehrt an kleineren Grenzübergängen auf der österreichischen Seite raus, sagt ein Sprecher der Bundespolizei. Entlang des Grenzflusses Inn wurden in den Landkreisen Passau und Rottal-Inn seit Dienstag mehr als 1000 Flüchtlinge aufgegriffen. Sie waren zu Fuß über Brücken und Stauwehre auf die deutsche Seite gelangt. Dort werden sie von Bundespolizisten in Empfang genommen und zur Registrierung weitergeleitet.

Am Münchner Hauptbahnhof treffen nach Bundespolizei-Angaben im Vergleich zum Wochenbeginn wieder deutliche mehr Flüchtlinge ein. Allein bis 8 Uhr seien rund 700 Menschen in der Landeshauptstadt angekommen, sagt ein Sprecher. Nach der Wiedereinführung von Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze hatten am Dienstag 1759 Flüchtlinge die Stadt erreicht.

+++ 10.18 Uhr: Ungarn meldet 94 Asylanträge am Dienstag +++

94 Flüchtlinge haben nach amtlichen Angaben am Dienstag in Ungarn in zwei Transitzonen Asyl beantragt. 19 Anträge seien abgelehnt worden, meldet die amtliche Nachrichtenagentur MTI. Gegen 35 Flüchtlinge seien Strafverfahren wegen illegalen Grenzübertritts eingeleitet worden.

+++ 10.10 Uhr: Kroatien lässt Flüchtlinge durchreisen +++

Der kroatische Regierungschef Zoran Milanovic gibt bekannt, dass über Nacht 150 Flüchtlinge aus Serbien kommend nach Kroatien eingereist sind. "Sie werden Kroatien durchqueren können, und wir werden ihnen dabei helfen", kündigt er an.

+++ 9.55 Uhr: Keine neuen Flüchtlinge mehr in Nickelsdorf +++

Im österreichischen Nickelsdorf sind seit Mitternacht keine Flüchtlinge mehr aus Ungarn eingetroffen. Ein Polizeisprecher sagt, es sei davon auszugehen, dass auch kaum noch neue Migranten hier nach Österreich kämen.

+++ 9.49 Uhr: Ungarn will auch Zaun an rumänischer Grenze bauen +++

Ungarische Militärexperten und Baufachleute bereiten die Verlängerung des Grenzzauns zu Serbien in Richtung Rumänien vor, wie Reuters-Reporter beobachten.

+++ 9.43 Uhr: Österreich verschärft Kontrollen an seiner Südgrenze +++

Österreich verschärft seine Kontrollen vor allem an der Grenze zu Ungarn. In Salzburg warten inzwischen rund 1400 Flüchtlinge auf die Weiterfahrt nach Deutschland. Der Zugverkehr ist jedoch derzeit eingestellt.

+++ 9.30 Uhr: Erste Flüchtlinge passieren serbisch-kroatische Grenze +++

Eine erste Gruppe von Flüchtlingen passiert die Grenze zwischen Serbien und Kroatien. Wie ein kroatischer Polizeisprecher sagt, kamen "20 Migranten, vor allem Frauen und Kinder" bei Tovarnik an und würden derzeit registriert. 

+++ 9.21 Uhr: Jugendämter kümmern sich um immer mehr minderjährige Flüchtlinge +++

Die deutschen Jugendämter nehmen immer mehr minderjährige Flüchtlinge in ihre Obhut, die ohne Begleitung nach Deutschland kommen. Im vergangenen Jahr seien 11.600 Kinder und

Jugendliche ohne Eltern oder andere Verwandte ins Land gekommen, 77 Prozent mehr als im Jahr zuvor und sechsmal mehr als 2009, teilt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. In solchen Fällen ist das Jugendamt für die Betreuung zuständig.

Rund 90 Prozent der unbegleiteten jungen Flüchtlinge seien männlich, teilt das Bundesamt mit. Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge hätten 38 Prozent der im vergangenen Jahr eingereisten Minderjährigen einen Asylantrag gestellt.

+++ 9.13 Uhr: Kramp-Karrenbauer fordert Sanktionen gegen EU-Staaten +++

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer fordert Sanktionen für EU-Staaten, die einen verbindlichen Verteilschlüssel für Flüchtlinge ablehnen. "Wer auf der einen Seite Verpflichtungen nicht einhält, der kann auf der anderen Seite auch nicht sozusagen ungeschmälert von allem profitieren, was die EU zu bieten hat", sagt sie im Deutschlandfunk.

+++ 9.03 Uhr: 367 Flüchtlinge an der Grenze nach Ungarn festgenommen +++

Die ungarische Polizei zieht nach dem Inkrafttreten verschärfter Einwanderungsregeln eine erste Bilanz: Demnach wurden am Dienstag 367 Flüchtlinge bei dem Versuch festgenommen, die Grenze nach Ungarn zu überwinden. 316 von ihnen sollen sich wegen Beschädigung des Grenzzauns verantworten, die übrigen 51 wegen Verletzung der Einwanderungsregeln. Auf die Beschädigung der Grenzanlage stehen neuerdings fünf Jahre Haft, auf den unerlaubten Grenzübertritt drei Jahre.

+++ 8.52 Uhr: Kroatische Polizei stoppt Flüchtlinge aus Serbien +++

Die kroatische Polizei kontrolliert eine nicht näher bezifferte Zahl von Flüchtlingen, die aus Serbien über die grüne Grenze gekommen sind. Sie würden in eine Sammeleinrichtung gebracht, teilt die Polizei mit.

+++ 7.58 Uhr: Viel weniger Flüchtlinge in Ungarn nach Grenzschließung +++

Die Zahl der in Ungarn aufgegriffenen Flüchtlinge hat sich nach Polizeiangaben nach der Schließung der Grenze zu Serbien drastisch verringert. Von mehr als 9300 am Montag, sei die Zahl auf 366 am Dienstag gefallen, teilte die ungarische Polizei mit.

+++ 7.26 Uhr: Oppermann: Geld für Kommunen reicht nicht +++

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Thomas Oppermann, bekräftigt nach dem Spitzentreffen von Bund und Ländern die Forderung nach mehr Geld für die Aufnahme von Flüchtlingen. Die zugesagte eine Milliarde Euro Sonderhilfe für die Kommunen für dieses Jahr sei angesichts von wahrscheinlich mehr als 800.000 Flüchtlingen nicht ausreichend, auch die veranschlagten drei Milliarden Euro für 2016 würden nicht ausreichen, sagt Oppermann im ZDF.

+++ 7.11 Uhr: Serbien bringt Flüchtlinge an kroatische Grenze +++

Die serbischen Behörden verfrachten Dutzende Flüchtlinge mit einem Bus an die serbisch-kroatische Grenze. Ein Reuters-Fotograf sieht, wie die Menschen sich durch Felder auf den Weg nach Kroatien machen.

+++ 6.44 Uhr: Jimmy Carter: Deutschland soll in Flüchtlingskrise führen +++

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter hat den Flüchtlingsstrom nach Europa mit der Massenflucht von Vietnamesen und Kambodschanern in die USA nach dem Vietnam-Krieg verglichen und an Deutschland appelliert, die Führung bei der Bewältigung der Krise zu übernehmen.

+++ 5.34 Uhr: Bundesbankpräsident: Deutschland braucht Zuwanderung +++

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hält Zuwanderung für eine notwendige Maßnahme, um Deutschlands Wohlstand zu erhalten. "Aufgrund des demografischen Wandels benötigt Deutschland zusätzliche Arbeitskräfte, um seinen Wohlstand halten zu können", sagt Weidmann der "Süddeutschen Zeitung" zur Begründung. Den Zustrom an Flüchtlingen zu bewältigen, werde Deutschland einiges abfordern. "Die Zuwanderung birgt aber auch Chancen. Diese sind umso größer, je besser es uns gelingt, die Menschen, die dauerhaft zu uns kommen, in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt zu integrieren."

+++ 5.11 Uhr: Flüchtlinge in Serbien versuchen es nun über Kroatien +++

Nach Ungarns völliger Schließung seiner Grenze zu Serbien macht sich dort ein erster Bus voll mit Flüchtlingen auf den Weg in das EU-Land Kroatien gemacht. Der Bus wird an der serbischen Grenzstadt Sid erwartet, wie örtliche Medien berichten. Die Insassen waren demnach die Nacht über unterwegs, nachdem sie von der rund 500 Kilometer entfernten Grenze zu Mazedonien gestartet waren. Etwa 300 Flüchtlinge stecken weiter hinter dem ungarischen Grenzzaun im Nicht-EU-Land Serbien fest.

+++ 4.06 Uhr: Kommunen suchen Gebäude - Beschlagnahmung möglich +++

Die Kommunen schauen bei ihrer Suche nach Unterkünften für Flüchtlinge zunehmend auch auf Gebäude in Privatbesitz. Wenn es gar keine andere Möglichkeit gibt, dürfen die Behörden auf Basis des jeweiligen Landesordnungs- oder Sicherheitsgesetzes sogar vorübergehend Gebäude beschlagnahmen. "Die Beschlagnahme ist aber immer nur Ultima Ratio, und uns ist noch kein Fall bekannt, in dem eine private Immobilie tatsächlich beschlagnahmt worden wäre", sagt Sebastian Schmitz von der Berliner Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle. 

Mehrere Anfragen der Behörden für die Unterbringung von Asylbewerbern in Gebäuden privater Immobilienbesitzer habe es in den vergangenen Wochen jedoch bereits gegeben. In den Verhandlungen mit der Eigentümergesellschaft eines schon länger leerstehenden Bürohauses in der Nähe der Münchner Messe hätten Behördenvertreter jüngst auch auf die Möglichkeit einer Beschlagnahmung hingewiesen, sagte Schmitz. In dem viergeschossigen Gebäude seien vergangene Woche binnen weniger Stunden mehrere Hundert Asylbewerber einquartiert worden. Der Eigentümerin sei die Zahlung einer "marktüblichen Büromiete" zugesichert worden.

+++ 2.01 Uhr: Bundespolizei stoppt 3500 Flüchtlinge an Grenze zu Österreich +++

Am zweiten Tag der Grenzkontrollen sind an der deutsch-österreichischen Grenze wieder deutlich mehr Flüchtlinge angekommen. Die Bundespolizei Rosenheim zählte am Dienstag bis Mitternacht rund 3500 Flüchtlinge, wie ein Sprecher berichtet. Am Montag seien es rund 1200 gewesen. Zudem seien am Dienstag 13 Schlepper festgenommen worden. 

Die meisten Flüchtlinge wurden zu einer Sammelstelle im Grenzort Freilassing (Landkreis Berchtesgadener Land) gebracht und von dort auf Aufnahmestellen im ganzen Bundesgebiet verteilt.

+++ 0.34 Uhr: Marine Le Pen attackiert Merkels Flüchtlingspolitik +++

Die Chefin der französischen Front National, Marine Le Pen, hat Angela Merkel wegen deren Flüchtlingspolitik mit scharfen Worten attackiert. "Ich werfe der deutschen Kanzlerin vor, ganz Europa eine illegale Einwanderung (...) aufzuerlegen, nachdem sie ihm bereits ihre Finanzordnung auferlegt hat", sagt Le Pen bei einer Veranstaltung der belgischen rechtsextremen Partei Vlaams Belang im flämischen Parlament in Brüssel.

+++ 0.24 Uhr: Bund entlastet Länder mit bis zu 40.000 Flüchtlingsplätzen +++

Der Bund bietet den Ländern an, die Erstverteilung der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge und Asylbewerber weitgehend zu übernehmen. Dafür sollen vor allem in bundeseigenen Liegenschaften bis zu 40.000 Plätze geschaffen werden, um neu ankommende Flüchtlinge aufzunehmen und dann in Erstaufnahmeeinrichtungen der Länder weiter zu verteilen, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach fast viereinhalb Stunden Beratungen mit den 16 Länderchefs.

Zudem sollen Verteilzentren in den Bundesländern aufgebaut werden. Der Bund sage zudem eine Beschleunigung der Asylverfahren zu, wofür dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zusätzliche Mitarbeiter von Bundeswehr und Zoll zur Verfügung gestellt werden sollen.

mka/tkr / AFP / DPA / Reuters