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Nach Treffen mit Hollande Merkel drängt Tsipras zu "präzisen" Vorschlägen


Bundeskanzlerin Angela Merkel verlangt, wie ihr französischer Amtskollege Francois Hollande, von Griechenland konkrete Ansagen, wie es mit der Schuldenkrise weitergehen soll. Die Tür für Gespräche bleibe offen.

Nach dem Referendum in Griechenland haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef François Hollande von Athen rasche Vorschläge zum Umgang mit der Schuldenkrise gefordert. "Wir sagen sehr deutlich, dass die Tür für Gespräche offen bleibt", sagte Merkel am Montagabend nach einem Treffen mit Hollande in Paris. Beim Euro-Sondergipfel am Dienstag in Brüssel müsse der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras aber sagen, "wie es weitergehen soll" und "präzise" Vorschläge vorlegen. "Hierbei drängt die Zeit", mahnte Merkel.

Griechenland könne - wie bereits in der Vergangenheit - mit der Solidarität der Europäer rechnen, müsse aber zugleich seine "eigene Verantwortung" wahrnehmen, sagte die Kanzlerin weiter. Zugleich betonte sie, dass die Voraussetzungen für den Eintritt in Verhandlungen zu einem konkreten Hilfsprogramm-Programm "zur Zeit nicht gegeben" seien.

Angela Merkel und Francois Hollande einig

Hollande äußerte sich ähnlich wie Merkel. Er forderte von Tsipras "ernsthafte und glaubwürdige Vorschläge, damit dieser Wille, in der Eurozone zu bleiben, in einem langfristigen Programm zum Ausdruck kommt".
Bei dem Referendum hatten am Sonntag gut 61 Prozent der Teilnehmer gegen die Forderungen der internationalen Gläubiger votiert. Die Griechen unterstützten damit klar das Vorgehen der linksgeführten Regierung im Schuldenstreit mit den Gläubigern. Dem Euro-Mitglied droht ohne weitere Finanzhilfen der Staatsbankrott. Die Geldgeber wollen weitere Unterstützung aber nur gegen Auflagen gewähren.

Merkel sagte in Paris, die Entscheidung des griechischen Volkes werde mit "Respekt" aufgenommen. Beim Sondergipfel am Dienstag sollten aber auch die "Vorstellungen aller anderen 18 Eurostaaten" daneben gestellt werden, "denn das ist auch Demokratie". "Wir haben eine geteilte Souveränität, weil wir eine Währung haben und wir wollen diese eine Währung behalten. Und dafür ist gemeinsame Verantwortung von allen Seiten notwendig genauso wie gemeinsame Solidarität."

fin AFP

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