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Brexit-Verhandlungstaktik: Merkel soll Theresa May veräppelt haben

Die Zuhörer hätten "schallend gelacht": Kanzlerin Angela Merkel soll bei einem Treffen mit Journalisten in Davos Großbritanniens Premier Theresa May mit einer Anekdote auf die Schippe genommen haben.

Angela Merkel und Großbritanniens Premierministerin Theresa May, hier im Oktober Brüssel

Gefangen in einer Dauerschleife? Angela Merkel (l.) und Großbritanniens Premierministerin Theresa May, hier vergangenen Oktober in Brüssel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel soll während eines Pressebriefings hinter verschlossenen Türen mit einer Anekdote über Theresa May schallendes Gelächter bei den anwesenden Journalisten ausgelöst haben. Den Vorfall, der sich am Rande des Weltwirtschaftsforums vergangene Woche im Schweizer Alpenort Davos ereignet habe soll, schilderte der Politikredakteur des britischen Senders ITV, Robert Peston, auf seiner Facebookseite.

"Angela Merkel hat sich frech über Theresa May lustig gemacht", schrieb Peston, der bei dem Treffen selbst nicht anwesend war, unter Berufung auf "diejenigen die da waren". Merkel habe erzählt, wenn sie May danach frage, wie diese sich die künftige Beziehung Großbritanniens zur Europäischen Union vorstelle, antworte die Premierministerin: "Machen Sie mir ein Angebot."

Daraufhin sage Merkel: "Aber Sie verlassen uns, wir müssen Ihnen kein Angebot machen. Na los, was wollen Sie?"

Woraufhin May wieder antworte: "Machen Sie mir ein Angebot."

"Und so finden die beiden sich nach Aussage von Frau Merkel in einer Dauerschleife aus 'Was wollen Sie' und 'Machen Sie mir ein Angebot' gefangen", berichtete Peston.

Merkel soll Journalisten gut unterhalten haben

Als Merkel die Anekdote zum Besten gegeben habe, "haben die Schreiberlinge schallend gelacht", schrieb der ITV-Redakteur.

Der Vorfall ist auch Thema in den britischen Medien, allerdings wird auch dort Peston als einzige Quelle genannt. Ein Sprecher der Bundesregierung sagte laut der Zeitung "The Times" dazu: "Wir kommentieren diese Berichte nicht."

Großbritannien will die EU Ende März 2019 nach mehr als 40 Jahren Mitgliedschaft verlassen. Im Dezember waren die wichtigsten Trennungsfragen weitgehend geklärt worden. Bis März wollen beide Seiten nun als nächstes die Bedingungen der Zeit unmittelbar nach dem Austritt aushandeln und anschließend die künftigen Beziehungen klären.

mad