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Angriff auf Nato-Stützpunkt in Afghanistan: Soldaten wehren Taliban-Attacke ab

Blutiger Samstag in Afghanistan: Im Morgengrauen griffen Taliban einen der wichtigsten Nato-Stützpunkte an, konnten nach einem zweistündigen Gefecht aber zurückgeschlagen werden. In Kundus starben bei einem Anschlag mindestens zehn Menschen, darunter auch Kinder.

Ausländische und afghanische Soldaten haben einen Angriff der Taliban auf einen der größten Nato-Stützpunkte in Afghanistan zurückgeschlagen. Bei der Attacke auf den Flughafen in Dschalalabad im Osten des Landes wurden acht Angreifer getötet, wie die Nato mitteilte. Durch einen Bombenanschlag auf einem Markt in der Provinz Kundus kamen mindestens zehn Menschen ums Leben.

Die Taliban griffen den streng bewachten Flughafen in Dschalalabad im Morgengrauen an. Nachdem die Angreifer geortet worden seien, hätten die afghanische Armee und die Nato-Truppe Isaf "schnell reagiert" und die Aufständischen in einem zweistündigen Feuergefecht zurückgedrängt, erklärte die Nato. Dabei seien acht Angreifer getötet worden. Einer von ihnen habe eine Sprengstoffweste getragen. Von den afghanischen und den ausländischen Soldaten sei keiner zu Schaden gekommen.

Wiederholter Angriff auf Nato-Stützpunkt

Der Flughafen von Dschalalabad, der Hauptstadt der Provinz Nangarhar, ist der drittgrößte Nato-Stützpunkt in Afghanistan. 2500 ausländische Soldaten sind dort stationiert. Außerdem befinden sich auf dem von einem großen Sicherheitsaufgebot bewachten Stützpunkt zahlreiche Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen der US-Armee. Bereits im Juni hatten Taliban den Nato-Stützpunkt in Dschalalabad am helllichten Tag mit einer Rakete und einer Autobombe angegriffen. Mehrere Angreifer wurden getötet und zwei Nato-Soldaten verletzt.

Zu der Attacke bekannten sich radikalislamische Taliban, die allerdings von deutlich mehr Angreifern als die Nato sprachen. "14 Selbstmordattentäter drangen auf den Flughafen vor, einige zündeten ihre Bomben", sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP. Die Taliban geben nach Angriffen immer wieder übertriebene Zahlen zur eigenen Stärke oder den gegnerischen Verlusten an.

Zehn Menschen sterben bei Anschlag in Provinz Kundus

In der nordafghanischen Provinz Kundus wurden durch einen Anschlag auf einem Markt außerdem mindestens zehn Menschen getötet und 18 weitere verletzt. Unter den Toten sind nach Angaben des Innenministeriums auch drei Kinder. Der Sprengsatz war nach Angaben des lokalen Verwaltungschefs an einem Motorrad versteckt. Die Attacke galt demnach möglicherweise dem Anführer einer regierungstreuen Miliz, der durch die Explosion ums Leben kam.

In der südafghanischen Stadt Kandahar detonierte in einem Wohngebiet ebenfalls eine Bombe auf einem Motorrad. Dadurch wurden nach offiziellen Angaben fünf Menschen verletzt.

Medaille für deutsche Soldaten im Gefecht

In Deutschland steht derweil zur Debatte, ob Bundeswehrsoldaten künftig für ihren Einsatz im Kampf, etwa in Afghanistan, mit einem Orden ausgezeichnet werden können. Bundespräsident Christian Wulff habe die neue Gefechtsmedaille auf Initiative von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gebilligt, berichtet der "Spiegel". Die Sonderstufe der Einsatzmedaille der Bundeswehr soll demnach an jene Soldaten verliehen werden, die "mindestens einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen oder unter hoher persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt erlitten" haben.

Das neue Ehrenzeichen soll dem "Spiegel" zufolge auch nach dem Tod verliehen werden können. Die erste der neuen Gefechtsmedaillen will Guttenberg demnach am 25. November vergeben.

mlr/AFP/APN