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Angriff auf pro-palästinensische Aktivisten: Benjamin Netanjahu willigt in UN-Untersuchung ein

Die Vereinten Nationen untersuchen offiziell Israels Aufbringung einer Gaza-Hilfsflottille, bei der Ende Mai neun pro-palästinensische Aktivisten getötet wurden. Das vierköpfige Gremium werde seine Arbeit in einer Woche aufnehmen und Mitte September seinen ersten Bericht vorlegen, kündigte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Montag an.

Zwei Monate nach dem israelischen Militäreinsatz gegen eine Hilfsflotte für den Gazastreifen hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon Ermittlungen durch ein hochrangiges internationales Team eingeleitet. Demnach werden der frühere neuseeländische Ministerpräsident Geoffrey Palmer und der scheidende Präsident von Kolumbien, Alvaro Uribe, die Untersuchung leiten. Weiterhin beteiligen sich ein Israeli und ein Türke an den Ermittlungen, hieß es in einer UN-Erklärung vom Montag.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor die Kooperation seines Landes zugesagt. Ausschlaggebend seien ein faires Mandat und eine ausgewogene Besetzung der Kommission gewesen, sagte Netanjahu nach Angaben eines Sprechers. "Israel hat nichts zu verstecken. Das Gegenteil ist wahr", sagte Netanjahu. Es liege im nationalen Interesse des Staates Israel, dass die wahren Fakten über den Zwischenfall ans Licht gebracht würden.

Das UN-Team werde seine Arbeit am 10. August aufnehmen und seinen ersten Bericht bis Mitte September vorlegen, teilte ein Sprecher des UN-Generalsekretärs mit. Ein israelische Elitekommando hatte am 31. Mai bei der blutigen Übernahme des türkischen Passagierschiffes "Marmi Marmara" neun Türken getötet. An Bord des Schiffes waren mehr als 500 pro-palästinensische Aktivisten. Die sechs Schiffe der Gaza-Hilfsflotte wollten die von Israel verhängte Seeblockade vor dem Gazastreifen brechen und auf direktem Weg mehr als 10 000 Hilfsgüter in das kleine Palästinensergebiet bringen.

In der Erklärung vom Montag äußert der UN-Chef die Hoffnung, dass "die Übereinkunft die Beziehung zwischen Israel und der Türkei und die Gesamtlage im Nahen Osten positiv beeinflussen wird".

Reuters/DPA / DPA / Reuters