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Angriff von Aufständischen Bundeswehrsoldat stirbt in Afghanistan


Bei einem Angriff von Aufständischen in Afghanistan ist ein Bundeswehrsoldat getötet worden. Ein weiterer wurde verletzt. Es ist der erste Todesfall eines deutschen Soldaten seit Juni 2011.

Erstmals seit fast zwei Jahren ist wieder ein deutscher Soldat in Nordafghanistan getötet worden. Der Mann gehörte der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte an, die eine afghanische Operation unterstützt hätten. "Es ist der erste KSK-Soldat, der in Afghanistan gefallen ist", sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Sonntag in Berlin. Er zeigte sich erschüttert über den Tod des Soldaten. "Das ist eine schmerzliche, bittere Nachricht. Sie erschüttert uns alle", so der Minister. Wie die Bundeswehr mitteilte, sei bei dem Beschuss ein weiterer deutscher Soldat verwundet worden. Zuletzt war am 2. Juni 2011 ein Bundeswehr-Soldat bei einem Sprengstoffanschlag in Nordafghanistan ums Leben gekommen.

Wie ein Sprecher der Bundeswehr weiter ausführte, seien die deutschen und afghanischen Kräfte bei einer Operation nördlich des Außenpostens OP North in der Provinz Baghlan unter Beschuss geraten. Sie hätten daraufhin Luftunterstützung angefordert. Bei der anschließenden Erkundung der Schäden durch das Bombardement sei erneut das Feuer auf die Gruppe eröffnet worden. "Dabei wurden ein deutscher Soldat getötet und ein deutscher Soldat verwundet." Der Verwundete befinde sich in ärztlicher Behandlung.

Außer dem Deutschen starben am Samstag in Afghanistan auch sieben US-Soldaten. Fünf davon wurden bei einem Anschlag im Süden des Landes getötet. Im Westen erschoss ein afghanischer Soldat zwei amerikanische Kameraden. Der Samstag war damit der verlustreichste Tag für die Internationalen Schutztruppe Isaf seit Jahresbeginn.

Gewalt nimmt wieder zu

"Zu Verlusten aufseiten der afghanischen Kräfte liegen noch keine abschließenden Informationen vor", teilte die Bundeswehr mit. "Vermutlich wurden mehrere Aufständische getötet. Zivilpersonen kamen nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden." Die radikalislamischen Taliban teilten dagegen mit, sie hätten am Samstag in der an Baghlan angrenzenden Provinz Kundus vier deutsche Soldaten bei einem Sprengstoffanschlag getötet. Mitteilungen der Taliban gelten als notorisch unzuverlässig.

Die Angriffe auf die Bundeswehr in Afghanistan hatten zuletzt kontinuierlich abgenommen. Mit dem Beginn ihrer Frühjahrsoffensive am vergangenen Sonntag hat die Zahl der Angriffe durch die Taliban allerdings wieder zugenommen: Ziele sollten vor allem ausländische Militärstützpunkte und Diplomatenviertel sein.

Am vergangenen Donnerstag war erstmals seit längerer Zeit wieder ein Sprengstoffanschlag auf die Bundeswehrtruppen in Nordafghanistan verübt worden. Bei dem Anschlag in der Provinz Kundus kam allerdings kein Soldat zu Schaden. Den letzten Verwundeten vor dem jüngsten Vorfall hatte die Bundeswehr im Februar beim Sturm auf ein Versteck Aufständischer bei Kundus-Stadt zu beklagen. Derzeit sind noch rund 4350 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan im Einsatz.

Reaktionen aus Deutschland

Mit einer Schweigeminute gedachte der FDP-Parteitag am Sonntag in Nürnberg des getöteten deutschen Soldaten in Afghanistan. Auf Bitte von Parteichef Philipp Rösler erhoben sich die Delegierten. Der Vizekanzler sagte: "Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen und bei der Familie, bei den Freunden und bei seinen Kameraden."

san/DPA/AFP DPA

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