Anschläge Blutiges Wochenende im Irak

Autobomben gegen irakische Polizisten, Sprengsätze auf US-Militärpatrouillen - und ein erschossener Journalist: Die Gewalt im Irak flammt immer wieder auf.

Bei Selbstmordanschlägen und einer Reihe von Rebellenattacken sind am Wochenende im Irak mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei amerikanische Soldaten. Das geistige Oberhaupt der irakischen Schiiten, Großajatollah Ali al- Sistani, drückte unterdessen seinen Ärger über die Verzögerungen bei der Regierungsbildung aus und betonte, sunnitische Politiker müssten unbedingt mit im Kabinett sitzen. Das erklärte der Parlamentsabgeordnete Ibrahim Bahr al-Ulum am Sonntag nach einem Treffen mit dem Geistlichen in Nadschaf.

Ein Vertreter der schiitischen Mehrheitsfraktion im Parlament, sagte der irakischen Zeitung "Al-Sabah", der designierte Ministerpräsident Ibrahim al-Dschafari werde seine Kabinettsliste an diesem Montag vorlegen. Die Iraker hatten Ende Januar eine Übergangsregierung gewählt, die nur bis zum Jahresende im Amt bleiben soll. Ein erbitterter Streit um Posten und Macht zwischen den Wahlsiegern hat eine Regierungsbildung aber bisher verhindert.

Attentate und Festnahmen

Selbstmordattentäter zündeten am Sonntag im nordirakischen Tikrit zwei Autobomben vor einer Polizeiakademie und einer Wache. Mit ihnen starben nach Angaben von Augenzeugen vier Polizisten. Im Süden von Bagdad explodierte am Sonntag ein Sprengsatz neben einer US- Militärpatrouille. Laut Augenzeugen kamen vier irakische Zivilisten um. Nach Angaben des US-Militärs starb am Sonntag ein amerikanischer Soldat bei einem Anschlag auf eine Patrouille in Bagdad. Am Samstag sei zudem ein Marineinfanterist bei einem Kampfeinsatz im westirakischen Falludscha ums Leben gekommen, berichtete die US-Armee. In der Umgebung von Mossul nahmen US-Soldaten am Wochenende 24 mutmaßliche Terroristen fest. Irakische Soldaten nahmen in einer Moschee in Bedschi fünf Ägypter unter Terrorverdacht fest.

Am Samstag starb nach Polizeiangaben ein irakischer Kameramann der Fernseh-Nachrichtenagentur APTN durch einen Schuss, als er ein Gefecht zwischen US-Soldaten und Aufständischen in Mossul filmte. Bei Kämpfen zwischen Bewaffneten und US-Truppen in Haditha wurden in der Nacht zum Sonntag nach Angaben von Krankenhausärzten vier Iraker getötet. In der nahe gelegenen Stadt Al-Kaim wurden die Leichen von vier erschossenen Zivilisten entdeckt. Bei Anschlägen auf zwei irakische Militärkonvois in Abu Ghoreib und Jussifija kamen am Samstag insgesamt zehn Soldaten um. Bei einem Anschlag auf Techniker des Elektrizitätswerks von Al-Musajib bei Bagdad starb ein Iraker.

AP AP

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