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Anschlag in Indien: Unter den Verletzten ist auch eine Deutsche

Nach dem Anschlag auf ein deutsches Restuarant in der indischen Stadt Pune steigt die Zahl der Opfer. Unter den Verletzten befindet sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch eine Deutsche. Hintergründe und Motive des Attentats sind weiterhin unklar.

Bei einem Anschlag auf das deutsche Restaurant "German Bakery" in der westindischen Stadt Pune kamen am Samstagabend neun Menschen ums Leben, unter ihnen sieben Inder und zwei Ausländer - ein Italiener und ein Iraner. Rund 60 weitere seien verletzt worden, darunter nach Angaben des Auswärtigen Amts auch eine Deutsche. Die 64-jährige Bhagwan-Anhängerin, die in Deutschland ihren Wohnort zuletzt in München hatte, wurde demnach nur leicht verletzt und sollte noch am Sonntag aus dem Krankenhaus entlassen werden. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" lebt die Frau schon seit mehreren Jahren in Indien.

Indiens Innenminister Palaniappan Chidambaram sprach von einem Terroranschlag. Es war der erste folgenschwere Anschlag in Indien seit den Terroranschlägen von Mumbai (Bombay) im November 2008. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Auch das Motiv der Täter gebe Rätsel auf, sagte Indiens Innenminister Palaniappan Chidambaram am Sonntag. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Ermittlungen konzentrierten sich auf die Extremistengruppe Lashkar-e-Taiba mit Sitz in Pakistan sowie eine regionale Vereinigung mit Namen indischer Mudschaheddin.

Pune sei auch unter den Zielen gewesen, die der Amerikaner David Headley ausgekundschaftet habe, sagte Minister Chidambaram. Gegen Headley läuft ein Strafverfahren in Chicago. Ihm wird die Unterstützung der Bombenanschläge von Mumbai zur Last gelegt.

Überall lagen kleine Körperteile herum

Die Explosion passierte in den Abendstunden, als sich zahlreiche Touristen in dem Restaurant aufhielten. Der Sprengsatz sei in einem Rucksack versteckt gewesen, der in der bei Touristen beliebten "German Bakery" abgestellt worden sei. Ein Kellner sagte dem Fernsehsender NDTV 24x7, ihm sei der Rucksack verdächtig vorgekommen, deshalb habe er den Manager alarmiert. Als er nach dem Besitzer suchen sollte, sei er aber von einem Gast abgelenkt worden, der Wasser bestellte. "Während ich die Flaschen holte, ging die Bombe hoch", erzählte der Mann von seinem Krankenhausbett aus. Keiner der Gäste in der Nähe habe überlebt.

Überlebende schilderten ein Bild des Grauens. "Wir hörten einen lauten Knall und dann sind wir alle rausgerannt", sagte ein Angestellter der Bäckerei. "Die Wucht der Explosion war so groß, dass überall kleine Körperteile herumlagen." Die Detonation ließ Fenster zersplittern und hinterließ einen riesigen Krater im Innern des Gebäudes.

Das Restaurant befindet sich in der Nähe des weltweit bekannten Osho Ashrams der Bhagwan-Bewegung und eines jüdischen Kulturzentrums. Das Meditationszentrum des indischen Gurus Bhagwan Shree Rajneesh, der sich später auch Osho nannte, wird seit den 70er Jahren von westlichen Touristen besucht.

Reuters/AFP/AP / AP / Reuters