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Militärinterventionen: Arabische Liga beschließt gemeinsame Eingreiftruppe

Die Arabische Liga hat aufgrunf der zahlreichen Konflikte in der Region die Gründung einer militärischen Eingreiftruppe beschlossen. Mit den Huthi-Rebellen im Jemen wolle man vorerst nicht verhandeln.

Laut Ägyptens Präsident Abdel Fattah al Sisi will die Arabische Liga eine eigene Eingreiftruppe formen

Laut Ägyptens Präsident Abdel Fattah al Sisi will die Arabische Liga eine eigene Eingreiftruppe formen

Die Arabische Liga hat angesichts der zahlreichen Gewaltkonflikte in der Region die Gründung einer militärischen Eingreiftruppe beschlossen. Die Staats- und Regierungschefs einigten sich auf "Prinzipien" zum Aufbau der Einheit, wie der ägyptische Präsident Abdel Fattah al Sisi beim Gipfeltreffen der Liga in Scharm el Scheich mitteilte. Der derzeitige Einsatz einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen soll bis zur Kapitulation der dortigen Huthi-Rebellen fortgesetzt werden.

Laut Sisi sollen Einzelheiten zur gemeinsamen Eingreiftruppe im April zusammen mit militärischen Entscheidungsträgern ausgearbeitet werden. Liga-Chef Nabil al Arabi sagte, die Region sei durch "zerstörerische" Kräfte bedroht, die eine Gefahr für die "ethnische und religiöse Vielfalt" seien.

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition verstärkte ihre Luftangriffe in den Nächten zum Samstag und Sonntag weiter. Betroffen waren vor allem die jemenitische Hauptstadt Sanaa und die südliche Hafenstadt Aden. In Sanaa führten die Bombardements zur Schließung des internationalen Flughafens. In mehreren Landesteilen wurden Luftwaffenstützpunkte und andere militärische Ziele angegriffen. Aus vielen Gegenden wurden Tote gemeldet, allein in Aden starben nach amtlichen Angaben etwa hundert Menschen.

Zerstörte Gebäude in Jemens Hauptstadt Sanaa nach einem Luftangriff der saudiarbischen Luftwaffe

Zerstörte Gebäude in Jemens Hauptstadt Sanaa nach einem Luftangriff der saudiarbischen Luftwaffe

USA leisten logistische Hilfe

Nach Angaben der Militärkoalition wurden die meisten Raketen unter Huthi-Kontrolle zerstört. Vor dem Einmarsch der Huthi-Rebellen in der Hauptstadt Sanaa verfügte die jemenitische Armee dem General zufolge über "zahlreiche" Raketen mit Reichweiten von bis zu 500 Kilometern.

Saudi-Arabien und mehrere weitere arabische Staaten, darunter Ägypten, hatten die Offensive am Donnerstag gestartet. Ein Diplomat eines Golfstaats sagte, der Einsatz könne etwa ein halbes Jahr dauern. Die Rebellen hatten im September Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht und rückten dann weiter nach Süden vor.

Riad unterstützt den außer Landes geflohenen jemenitischen Präsidenten Abd Rabo Mansur Hadi und wirft dem Iran sowie Hadis Vorgänger Ali Abdallah Saleh vor, die schiitischen Rebellen zu unterstützen. Die US-Regierung leistet der Militärkoalition logistische und geheimdienstliche Hilfe.

Keine Verhandlungen mit den Rebellen

Hadi forderte in Scharm el Scheich eine Fortsetzung der Offensive, "bis die Bande sich ergibt und aus allen Ortschaften zurückzieht". Sein Außenminister Riad Jassin erklärte, mit den Huthi-Rebellen werde es "keine Verhandlungen und keinen Dialog" geben, solange die "legitime Regierung" nicht die Kontrolle über den gesamten Jemen zurückerlangt habe. Der saudiarabische König Salman versprach, den Militäreinsatz weiterzuführen, bis die "staatliche Ordnung" im Jemen wieder hergestellt sei.

Saudi-Arabien und die Uno brachten am Samstag zahlreiche Menschen außer Landes. Riad setzte zwei Marineschiffe von Aden nach Dschiddah ein und brachte dutzende Diplomaten in Sicherheit. Die Uno startete nach Angaben eines Entwicklungshelfers einen Evakuierungsflug von Sanaa. An Bord waren demnach mehr als 200 UN-Mitarbeiter und andere Ausländer.

ono/AFP / AFP