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Atomanlage Fordo im Iran: Teheran bestreitet Gerüchte über Explosion

Der Iran hat Berichte über eine Explosion in der Atomanlage Fordo dementiert. Alles "westliche Propaganda", so der Vize-Chef der iranischen Atom-Energiebehörde.

Die Regierung in Teheran hat einen US-Bericht über eine Explosion in der iranischen Atomanlage Fordo dementiert. "In der Anlage Fordo hat es keine Explosion gegeben", erklärte der stellvertretende Leiter der Iranischen Organisation für Atomenergie, Schamseddin Bor-Borudi, am Montag. Es handele sich um "westliche Propaganda". Auch das Weiße Haus in Washington erklärte, sie halte den Bericht über die Explosion in der unterirdischen Atomanlage für nicht glaubwürdig.

Eine konservative US-Webseite hatte berichtet, dass es in der unter einem Bergmassiv nahe der Stadt Ghom gelegenen Urananreicherungsanlage am 21. Januar eine Explosion gegeben habe, durch die 200 Menschen eingeschlossen worden seien. Fordo gilt aufgrund ihrer Lage als die einzige iranische Atomanlage, die vor militärischen Angriffen geschützt ist. Der Bericht über die Explosion war von verschiedenen Medien weiterverbreitet worden.

Die "falsche Information" über eine Explosion in Fordo sei Teil "westlicher Propaganda", sagte am Montag der Vorsitzende des Außen- und Sicherheitsausschusses des iranischen Parlaments, Alaeddin Borudscherdi. "Wir glauben nicht, dass diese Informationen glaubwürdig sind", sagte auch der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney. Die Regierung habe keine Erkenntnisse, welche die Informationen bestätigen würden.

Angeblich immer wieder Angriffe auf Fordo

Die Regierung in Teheran befürchtet, dass die Inspektionen von Fordo durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) missbraucht werden, um die Anlage auszuspionieren. Im September teilte der Leiter der Iranischen Organisation für Atomenergie, Fereidun Abbasi Dawani, mit, die Stromverbindung für Fordo sei durch Explosionen gekappt worden. Er führte dies auf "Saboteure" zurück, deren Werk mit den IAEA-Inspektionen zusammenhänge.

Der Westen und Israel verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms am Bau einer Bombe zu arbeiten. Teheran weist die Vorwürfe zurück und beharrt auf seinem Recht zur Nutzung der Atomenergie. Der UN-Sicherheitsrat sowie die EU und die USA verhängten mehrere Runden von Sanktionen gegen den Iran, um ihn im Atomstreit zum Einlenken zu bringen. Zudem erwägt Israel offen einen Militärangriff auf die iranischen Atomanlagen.

Medienberichten zufolge gab es in den vergangenen Jahren mehrere Versuche, durch eingeschleuste Computerviren die Atomanlagen zu beschädigen. Sie sollen in den Anlagen technische Fehlfunktionen ausgelöst haben, durch die ein Teil der Geräte zerstört wurde. Zudem wurde eine Reihe iranischer Atomexperten durch gezielte Anschläge getötet. Der Iran verdächtigt westliche und israelische Geheimdienste, hinter den Morden zu stecken.

kave/AFP / AFP