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Atomkonflikt: Iran ist zu Verhandlungen mit den USA bereit

In den Streit über das iranische Atomprogramm kommt Bewegung: Der Iran und auch die USA deuteten ihre Bereitschaft zu bilateralen Gesprächen an.

Der Iran hat sich offen für das Angebot von US-Vizepräsident Joe Biden zu bilateralen Gesprächen über das iranische Atomprogramm gezeigt. "Wenn es auf der anderen Seite eine ehrliche Absicht gibt, werden wir das ernsthaft berücksichtigen", sagte der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi am Sonntag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Wichtig sei Teheran aber, dass die USA wirklich eine Lösung für das Problem wollten. "Für uns gibt es keine rote Linie für bilaterale Verhandlungen."

Die nächsten 5+1-Gespräche über das iranische Atomprogramm sollen nach iranischen Angaben am 25. Februar in Kasachstan stattfinden, wie Salehi sagte. Bei den jüngsten Gesprächen im Juni in Moskau hatte der Iran die Forderung der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands nach einer Aussetzung der Urananreicherung auf einen Grad von 20 Prozent zurückgewiesen. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms am Bau einer Bombe zu arbeiten. Teheran weist die Vorwürfe zurück und pocht auf sein Recht auf die Nutzung der Atomenergie.

Mit Blick auf Syrien begrüßte Salehi die vom syrischen Oppositionsführer Ahmed Moas al-Chatib geäußerte Bereitschaft zu Gesprächen mit Vertretern der syrischen Führung. Er sei froh darüber, sagte Salehi. Er selbst habe in München ein Gespräch mit al-Chatib geführt, es sei ein "sehr gutes Treffen" gewesen. Als Lösung für den Syrienkonflikt forderte der iranische Außenminister eine Präsidentschaftswahl unter internationaler Beobachtung. "Ich denke, die Lösung sollte aus dem Volk selbst kommen."

kave/AFP / AFP