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Attentat in Pakistan: Minister für Minderheiten von Taliban getötet

Islamistische Attentäter haben in Pakistan Shahbaz Bhatti, den Minister für Minderheiten, erschossen. Bhatti wurde angeblich von mindestens zehn Kugeln getroffen. Eine Gruppe der Taliban habe sich zu dem Anschlag bekannt.

Islamisten haben den christlichen Minister für Minderheiten in Pakistan, Shahbaz Bhatti, erschossen. Der Sprecher des Shifa-Krankenhauses in der Hauptstadt Islamabad, Asmat Ullah Qureshi, bestätigte den Tod des Ministers. Nach Angaben der Polizei wurde Bhatti von mindestens zehn Kugeln getroffen, als er am Mittwoch sein Haus verließ. Der Minister hatte sich für Änderungen am umstrittenen Blasphemie-Gesetz seines Landes eingesetzt. Islamisten hatten ihn deswegen mit dem Tode bedroht.

Nach Angaben aus Geheimdienstkreisen hinterließen die Attentäter ein Flugblatt am Tatort, bevor sie die Flucht ergriffen. Darauf habe sich eine Taliban-Gruppe aus der Provinz Punjab ("Tehrik Taliban Fidayan Mohammad Punjab") zu der Tat bekannt, sagte ein Geheimdienstmitarbeiter, der anonym bleiben wollte. Weiter habe es auf dem Flugblatt geheißen, all jene, die Änderungen am Blasphemiegesetz forderten, würden getötet werden.

Bhatti hatte sich auch für die Christin Asia Bibi eingesetzt, die wegen Blasphemie von einem Gericht zu Tode verurteilt wurde. Der Fall ist nun vor dem Obersten Gericht in Punjabs Hauptstadt Lahore anhängig. Wegen Kritik am Blasphemie-Gesetz war zu Jahresbeginn der Gouverneur der ostpakistanischen Provinz Punjab, Salman Taseer, von seinem Leibwächter erschossen worden. Auch er hatte sich für Asia Bibi eingesetzt. Der Attentäter Mumtaz Hussain Qadri wird von weiten Teilen der Bevölkerung als Held gefeiert.

mm/DPA / DPA