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Abschiedsreise durch Europa Obamas große Rede in Athen

Barack Obama hat bei seiner letzten Rede in Europa als US-Präsident eine Demokratie ohne Abstriche beschworen
Barack Obama hat bei seiner letzten Rede in Europa als US-Präsident eine Demokratie ohne Abstriche beschworen
© Milos Bicanski/Getty Images
In Athen hat Barack Obama seine letzte große Rede in Europa als US-Präsident gehalten. Dabei legte er ein Bekenntnis zur Demokratie ab und forderte mehr Eigenverantwortung und Optimismus - auch im Hinblick auf Trump.

In seiner letzten großen Rede außerhalb der USA hat der scheidende US-Präsident Barack Obama ein leidenschaftliches Bekenntnis zu den Prinzipien der Demokratie abgelegt. Unter tosendem Applaus beschwor er in Athen - "der Wiege der Demokratie" - Errungenschaften wie Religionsfreiheit, Gewaltenteilung und Menschenrechte. 

"Die frühesten Formen der Demokratie in Athen waren weit davon entfernt, perfekt zu sein, genauso wie die frühesten Formen der amerikanischen Demokratie nicht perfekt waren", sagte Obama am Mittwoch an historischer Stätte in Athen. Dennoch sei die Regentschaft des Volkes unersetzbar. Die Geschichte zeige, dass Länder mit demokratischer Führung gerechter, stabiler und erfolgreicher seien.

"Die amerikanische Demokratie ist größer als jede Einzelperson"

Obama äußerte sich auch zu seinem Nachfolger Donald Trump. "Der nächste US-Präsident und ich könnten unterschiedlicher nicht sein", sagte Obama. "Aber wir haben eine Tradition, dass der scheidende Präsident den neuen willkommen heißt und das habe ich letzte Woche getan", betonte er. Die Grundpfeiler der Demokratie und eine offene Debatte müssten aufrechterhalten werden. "Dann sind wir auch okay", sagte Obama.

"Der Fortschritt folgt einem kurvenreichen Pfad - manchmal vorwärts, manchmal zurück", sagte Obama. Vor allem für junge Leute sei es wichtig, das zu verstehen, auch wenn es schwerfallen könne. "Aber die amerikanische Demokratie ist größer als jede Einzelperson." Nach dem Wahlkampf müsse der Übergang zwischen den Regierungen so reibungslos wie möglich gestaltet werden - darauf sei die Demokratie angewiesen. "Besonders dann, wenn man nicht die Ergebnisse bekommt, die man will."

Barack Obama fordert "Kurskorrektur" bei der Globalisierung

Angesichts der wachsenden Ungleichheit in der Welt forderte Obama eine "Kurskorrektur" bei der Globalisierung. Die Ungleichheit innerhalb der globalen Wirtschaft sei eine der "größten Herausforderungen" der modernen Zeit. 

Die soziale Ungleichheit zwischen einzelnen Staaten, aber auch innerhalb eines Landes sorgten für ein "tief empfundenes Gefühl der Ungerechtigkeit". Dies entstehe dann, wenn die Menschen andere Menschen oder auch "globale Eliten und reiche Konzerne" erlebten, die nach vermeintlich anderen Regeln lebten, sagte Obama mit Blick auf Steuerbetrug und Gesetzesbrüche.

Obama kommt am Mittwochabend nach Berlin

Obama wird nach seinem Griechenlandbesuch am frühen Mittwochabend in Berlin erwartet. Dort trifft er Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits am Mittwochabend zu bilateralen Gesprächen. Die Kanzlerin komme zum Abendessen mit Obama ins Hotel Adlon, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Am Donnerstag will Obama mit Merkel über die Herausforderungen der künftigen transatlantischen Beziehungen unter dem designierten Präsidenten Donald Trump beraten. Für Freitag ist in Berlin ein Spitzentreffen mit europäischen Staats- und Regierungschefs geplant.  

ivi DPA AFP

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