Barcelona Anschläge auf U-Bahn verhindert


Barcelona ist offenbar knapp einer Anschlagsserie entgangen. Die Polizei nahm jetzt Mitglieder Terrorzelle hoch, die mehrere Selbstmordanschläge auf die U-Bahn der katalanischen Metropole verüben wollte. Vier der 14 Festgenommen wurden wieder freigelassen.

Mit der Zerschlagung einer islamistischen Terrorzelle in Barcelona hat die spanische Polizei möglicherweise eine Serie von Selbstmordanschlägen auf die U-Bahn der katalanischen Metropole verhindert. Wie der Ermittlungsrichter Ismael Moreno mitteilte, hatten drei mutmaßliche Mitglieder der Zelle für das vergangene Wochenende Selbstmordattentate auf öffentliche Verkehrsmittel geplant. Die Anschläge sollten der U-Bahn der zweitgrößten Stadt des Landes gelten.

Verdächtige stammen aus Pakistan und Indien

Der Richter vom Nationalen Gerichtshof in Madrid erließ Haftbefehle gegen zehn der 14 Verdächtigen, die am Samstag in der Altstadt von Barcelona festgenommen worden waren, und ordnete Untersuchungshaft an. Zwei der aus Pakistan und Indien stammenden Islamisten wurden freigelassen. Zwei weitere waren zuvor bereits von der Polizei auf freien Fuß gesetzt worden.

Die Gruppe bildete nach Ansicht des Richters eine hierarchisch organisierte Terrorzelle. Drei der Verdächtigen seien "potenzielle Selbstmordattentäter" gewesen, teilte Moreno mit. Der Zelle hätten ein Anführer und ein Experte für den Bau von Bomben angehört. Der Ermittlungsrichter berief sich dabei auf Angaben eines Informanten der Polizei.

Bombenmaterial sichergestellt

Die Festgenommenen bestritten bei ihrer Vernehmung, in terroristische Aktivitäten verwickelt zu sein. Die Polizei hatte jedoch in einer Wohnung Material zur Herstellung von Bomben sichergestellt. Nach Presseberichten sollen die Islamisten allerdings noch nicht über genügend Substanzen verfügt haben, um Sprengsätze herzustellen.

Der spanische Polizeichef Joan Mesquida bezeichnete die Zerschlagung der Zelle als eine "präventive Aktion". Die festgenommenen Islamisten hätten "das Profil von Selbstmordattentätern" gehabt. "Wir können nicht das Risiko eingehen, dass solche Leute ihre Absichten eines Tages in die Tat umsetzen."

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker