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Australien Behörden entdecken 15 Meter langen Tunnel in Flüchtlings-Haftanstalt

In diesem Lagerkomplex im Yongah Hill Detention Center wurde der Tunnel entdeckt.
Der Tunnel wurde unterhalb dieses Lagerkomplexes im Yongah Hill Detention Center in Westaustralien entdeckt
© Refugee Action Coalition Sydney
In Australien hat die Einwanderungsbehörde in einer Haftanstalt für Flüchtlinge einen unterirdischen Tunnel entdeckt. Offenbar hatten Insassen über Monate den Fluchtweg gegraben. 

In Australien haben offenbar die Insassen einer Flüchtlings-Haftanstalt über Monate hinweg einen Tunnel gegraben. Die Einwanderungsbehörde entdeckte den rund drei Meter tiefen und etwa 15 Meter langen Tunnel in einem Lagerkomplex des Gefangenenlagers Yongah Hill im Westen des Landes. 

Laut CNN erstreckt sich der Tunnel unterirdisch unter die beiden inneren Zäunen bis auf fünf Meter an den äußeren Begrenzungszaun heran. Der Sender zitiert eine Quelle der Einwanderungsbehörde. Demnach sollen die Häftlinge alles Mögliche zum Graben benutzt haben, darunter auch Teile eines Kühlschranks und einer Holzschublade. 

Flüchtlinge gruben Tunnel, wann immer die Wachen nicht hinsahen

Wann immer die Wachen nicht hingesehen hätten, hätten sie an dem Fluchtversuch gearbeitet und dazu die Lichter ihrer Handys oder Kerzen benutzt. Um den Schutt abzutransportieren, hätten sie Kissenbezüge verwendet. 

In dem Flüchtlingslager werden seit Juni 2012 Männer in Einwanderungshaft entsprechend der praktizierten Migrations- und Asylpolitik Australiens festgehalten. Heißt: Nicht-australische Staatsbürger ohne gültiges Visum oder Personen, die unter Verdacht auf Visaverletzungen, illegale Einwanderung oder unerlaubte Einreise stehen, werden dort in Gewahrsam genommen. 

Mehr als 300 Insassen sitzen im Gefangenenlager Yongah Hill

Das Hochsicherheitslager wird teilweise durch bis zu zehn Meter hohe innere Zäune abgegrenzt. Laut der Aktivistenorganisation Refugee Action Coalition Sydney (RAC), die die Zustände in dem Lager kritisiert, befanden sich am 28. Februar 2021 etwa 320 Personen in der Haftanstalt. Im Schnitt würden hier Menschen mehr als 600 Tage lang festgehalten, heißt es. Viele seien Langzeitinhaftierte,  die seit mehr als fünf Jahren festgehalten würden und denen eine unbefristete Inhaftierung drohe. Der Fluchtversuch werfe ein Schlaglicht auf die lange Inhaftierung derjenigen, die an Orten wie Yongah Hill und in anderen Lagern in Haft gehalten würden. "Inhaftierung ist das eigentliche Verbrechen", so Ian Rintoul, Sprecher der Refugee Action Coalition. "Die Menschen haben ein Recht darauf, sich gegen Menschenrechtsverletzungen zu wehren."

Ein Junge reibt sich die Augen nach dem Einsatz von Tränengas auf Lesbos.

Sehen Sie im Video: Nach dem Großbrand, der das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos zerstört hat, bleibt die Situation auf der Insel angespannt und unübersichtlich. stern-Reporter Jonas Breng berichtet vor Ort über die akute Lage und den Hintergrund des Feuers.

Quellen:  CNN, Refugee Action Coalition

jek

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