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Blogger in Saudi-Arabien: Prügelstrafe für Raif Badawi offenbar gestoppt

Wegen seiner Islamkritik ist der saudische Blogger Raif Badawi im Gefängnis und sollte demnächst zum zweiten Mal ausgepeitscht werden. Dagegen gab es breiten Protest, nun rudert das Königreich zurück.

Die grausame Prügelstrafe für den Internetaktivisten Raif Badawi hatte für breiten Protest gesorgt

Die grausame Prügelstrafe für den Internetaktivisten Raif Badawi hatte für breiten Protest gesorgt

Die öffentliche Prügelstrafe des islamkritischen saudischen Blogger Raif Badawi ist möglicherweise aufgehoben worden. Das berichtet "ZAPP", das Medienmagazin des NDR, und verweist dabei auf eine Mitteilung der Botschaft Saudi-Arabiens in Berlin. Demnach wurde die Bestrafung gestoppt. "Er wird keine Peitschenhiebe mehr erhalten. Ich nehme an, dass Herr Badawi, nachdem die Auspeitschung gestoppt wurde, nicht zehn Jahre in Haft bleiben wird", wird aus der E-Mail zitiert.

Badawi sollte eigentlich an diesem Freitag in der Hafenstadt Dschidda die nächsten 50 von insgesamt 1000 Stockschlägen bekommen. Ein achtköpfiges Ärztekomitee habe jedoch nach einer Untersuchung empfohlen, dass Badawi aus gesundheitlichen Gründen nicht ausgepeitscht werden sollte, teilte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International am Donnerstag mit.

Der Internetaktivist war im Mai vergangenen Jahres zu zehn Jahren Haft und insgesamt 1000 Stockschlägen verurteilt worden, weil er im Internet den Islam beleidigt und den Säkularismus gerühmt haben soll. Der Fall löste weltweit Kritik aus. Vor zwei Wochen hatte der 30-Jährige nach der Freitagspredigt in Dschidda die ersten 50 Stockschläge bekommen. In der vergangenen Woche wurde die Prügelstrafe für Badawi aus gesundheitlichen Gründen erstmals ausgesetzt.

she/DPA / DPA